*TOMS WANDBEHANG IST FERTIG!!!

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(März 2008)

Das ist die Seite für *Tom

*Toms Geschichte:

Trauerrede für Tom, + 21.04.07

Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust,
wird es dir sein als lachten alle Sterne.
Weil ich auf einem von ihnen wohne,
weil ich auf einem von ihnen lache.
Nur du allein wirst Sterne haben die lachen können.
Und wenn du dich getröstet hast, wirst du froh sein,
mich gekannt zu haben.

Antoine de SaintAntoine --- Exupèryry

Liebe Eltern, liebe Angehörige und Freunde von Tom, liebe Abschiednehmende,

in der Welt der Märchen kommen die Begebenheiten des Seins und die Befindlichkeiten des Lebens auf den Punkt.
In der Welt der Märchen verdichten sich die Ebenen und Aspekte, die den Lauf unseres Daseins bestimmen und prägen.
Möglichkeiten und Hindernisse, Verbundenheiten und Gegensätze werden dort in ihren Ausmaßen und in ihrer Tragweite aufs Äußerste veranschaulicht und verdeutlicht.
Zustände und Ereignisse gibt es dort, die gibt es nicht.
Abläufe und Zeiträume werden dort geschildert, die in ihrer Intensität und Tiefe aus einer anderen Welt zu stammen scheinen.

Das Märchen vom "kleinen Prinzen" erzählt eine eben solche Geschichte:
Die Geschichte einer Begegnung.
Die Geschichte eines Besuches auf unserem Planeten.
Die Geschichte eines Besuchers, der von weit her kommt.
Die Geschichte seiner Ankunft hier auf Erden - mitten in der Wüste.
Und die Geschichte seines Abschieds - viel zu früh, aber mit einer Botschaft, auf die es ankommt:
"Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es dir sein, als lachten alle Sterne.
Weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache.
Nur du allein wirst Sterne haben, die lachen können.
Und wenn du dich getröstet hast, wirst du froh sein, mich gekannt zu haben."
So spricht der "kleine Prinz", ehe er sich auf den Weg macht.
So spricht ein ganz Kleiner, der ein ganz Großer war.
So spricht Einer, der im Abschied den Blick des Herzens auf sein Gekommensein lenkt - und auf die Qualität der Begegnung mit ihm.
"Nicht das Gehen verdient besondere Beachtung, sondern das Kommen.
Nicht wann wir sterben ist wichtig, sondern wie wir gelebt haben."

Darin erweist sich die Verbundenheit der Liebe:
Loslassen, wenn der Abschied gekommen ist.
Sich freigeben, wenn die Wege sich trennen.
Lieben heißt, die unmittelbarste und innigste Verbundenheit des Lebens miteinander zu teilen.
Lieben heißt auch, einander gehen zu lassen.
Intensität und Tiefe des Lebens - und in einer grotesken, aber stimmigen Gleichzeitigkeit das Sich-Entfernen voneinander gestalten und zulassen.
Als der "kleine Prinz" auf seinen Heimatplaneten zu seiner Rose zurückkehrt, geschieht dieser Aufbruch durch den giftigen Biss einer Schlange.
Den, den er zurücklässt - seinen Freund und Vertrauten - weist er an die Tiefe des Himmels und an die Tiefe des eigenen Herzens.
"Nur du allein wirst Sterne haben, die lachen können.
Und wenn du dich getröstet hast, wirst du froh sein, mich gekannt zu haben."

Manchmal berührt die Welt der Märchen die Welt von uns Menschen.
Manchmal kommen sich Märchen und Leben so nahe, dass sie sich berühren.
Manchmal verdinglicht sich die Intensität und Dichte im Märchen in der Begegnung zwischen Menschen.
Manchmal erscheint ein Besucher auf der Erde, um mit den beteiligten Menschen diese Intensität und Dichte zu teilen.
In diesem Sarg liegt der Leib eines solchen Besuchers.
Die körperliche Hülle eines Kleinen, der ein ganz Großer war:
Tom.
Der Junge, der am 09.08.2005 das Licht unserer Welt erblickt hat und der diese Welt am 21.04.2007 wieder verlassen hat.
Der in diesen fast zwei Jahren seiner Anwesenheit seinen Eltern Heike und Michael und allen, die ihm nahe kamen, großes Glück geschenkt hat und äußersten Einsatz abverlangt hat.
Ein gemeinsamer Weg, der beides beinhaltete:
Die größte Freude, die Eltern zuteil werden kann, und die größte Betroffenheit angesichts der offenbaren radikalen Begrenztheit der gemeinsamen Zeit.

Was am 09.08.2005 um 1.02 Uhr in der Universitätsklinik Würzburg begann und am 21.04.2007 um 11.45 Uhr in Wachsenberg endete, war in seiner Dichte und Gleichzeitigkeit sowohl Geschenk als auch Abgrund, sowohl Erfüllung als auch Verzicht, sowohl Tiefe und Intensität als auch höchste Flüchtigkeit und Bedrohtheit.
Vor allem und in allem aber war es eines:
Ein Zeichen der Liebe des Lebens, das der Liebe im eigenen Herzen offene Hände schenkte:
Offene Hände, die zupacken und unterstützen konnten.
Offene Hände, die loslassen und gewähren lassen konnten.
Offene Hände, die begleiten und berühren konnten.
Offene Hände, die heute nun tragen und spüren müssen, mit aller Kraft und aller Achtsamkeit ein Geleit der Liebe geben - diesem kleinen Leib, dessen Bewohner längst auf dem Weg zu den Sternen ist.
Tom - ein Löwe dem Sternzeichen nach, ein Löwe seinem Kämpfertum nach.
Einer, der nach der schwierigen Landung auf diesem Planeten den Weg zu den Seinen gefunden hat, ihn sich Sinn um Sinn, Berührung um Berührung, Bewegung um Bewegung freigekämpft hat.
Anfangs in sich gekehrt, in der eigenen Welt seiner entwicklungs- und krankheitsbedingten Wahrnehmungs- und Ausdrucksmöglichkeiten verschlossen hat er sich in die Herzen seiner Umgebung hineinmanövriert, hat sich in die Herzen der Seinen hineingelebt.
Dass sein Weg ins Leben gleichzeitig ein Weg in den Tod war, hat bei seinen Eltern und Begleitern beides hervorgerufen und gefordert:
Die strahlende Freude, diesem kleinen Leben zu dienen - und die liebende Gewissheit, damit auch seinem Sterben zu dienen.
Ein Weg, den Sie als Eltern mit Tom gegangen sind bis zum Moment seines Aufbruchs.
Ein Weg, der ein Märchen auf die Erde brachte - bis zu jenem Moment, als für den kleinen Besucher die Zeit gekommen war und er endgültig darauf verzichtete, den nächsten Atemzug Luft zu holen, dieser Welt weiterhin körperlich verbunden zu bleiben.

Ein Abschied, der sich am Kommen freut.
Ein Abschied, der die Farben des Lebens trägt.
Ein Abschied, der im Namen der Liebe loslässt und sich der Qualität des miteinander geteilten Lebens besinnt.
Ein Abschied mit dem Blick in ein Grab hinein, in das wir den Leib von Tom betten.
Und ein Abschied mit dem Blick in die Sterne - dorthin, wo die Märchen daheim sind.
Dorthin, wo dieser Kleine eine Heimat hat in der Zeitlosigkeit jenseits der uns wahrnehmbaren Ebenen des Lebens.
Im Blick auf diesen einen Stern sagen wir "ade" und sagen "danke" für dein Kommen - mit einem Brief an Tom, von seinen Eltern:

Lieber Tom,

Du warst ein kleiner, ganz großer, lieber Kämpfer.
Wir haben uns so auf Dich gefreut.
Doch in der 21. Schwangerschaftswoche erfuhren wir von Deinen großen Problemen:
Deine Nabelschnur war nicht gut genug durchblutet, die eine Niere war doppelt so groß wie die andere und Deine 6 Finger und 6 Zehen deuteten schon auf eine Chromosomenstörung auf dem 13. Chromosomensatz hin.
Trotzdem hast Du es geschafft, bis zur 39. Woche im Bauch Deiner Mutter zu bleiben und Dich zu Deinem Besten zu entwickeln.

Kurz nach Deiner Geburt hatten wir die Gewissheit, dass Deine Krankheit Trisomie 13 heißt, mit einer Lebenserwartung von nur wenigen Tagen oder Wochen.

Und doch hast Du uns fast 2 Jahre lang mit Deiner Gegenwart beglückt.
Du hast uns und alle die Dich kannten, tief berührt.
Anfangs konntest Du kaum hören und sehen und lebtest in Deiner eigenen Welt.
Jede Woche 2x Physiotherapie, 1x Seh-Früh-Förderung, täglich 24 Stunden Kontakt mit uns und Deine große Bejahung des Lebens haben Dir eine einzigartige Entwicklung ermöglicht, die uns Deine schwere Prognose fast vergessen ließ.

Inzwischen konntest Du schon fast krabbeln, fast gut sehen und viel besser hören.
In Deinen letzten Wochen hast Du viel gelacht, warst agil, freundlich und präsent wie noch nie in diesem Leben.
Wir waren begeistert, Dich so zu sehen.

Bevor wir Dir das große Meer und noch mehr von unserem Leben und von der großen, weiten Welt zeigen konnten, bist Du überraschend schnell und plötzlich von uns gegangen.
So sind wir tief erschüttert, überrascht und traurig.

Wir haben Dich sehr geliebt.
In unserer Erinnerung wirst Du bei uns bleiben und in unserem Herzen wohnen.

Deine Eltern

Lied:

"Oh my Tom"

Tot ist überhaupt nichts:
Ich glitt lediglich über in den nächsten Raum.
Ich bin ich, und ihr seid ihr.
Warum sollte ich aus dem Sinn sein,
nur weil ich aus dem Blick bin?
Was auch immer wir füreinander waren,
sind wir auch jetzt noch.
Spielt, lächelt, denkt an mich.
Leben bedeutet auch jetzt all das,
was es auch sonst bedeutet hat.
Es hat sich nichts verändert,
ich warte auf euch, irgendwo sehr nah bei euch.
Alles ist gut.

Annette von Droste-Hülshoff

Nicht wann wir sterben ist wichtig, sondern wie wir gelebt haben.

Nicht das Gehen verdient besondere Beachtung, sondern das Kommen.
Wir wünschen Dir für Dein nächstes Leben von ganzem Herzen noch mehr Kraft, viel mehr Zeit und genau so viel Freude.

*TOMS WANDBEHANG

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Der Wandbehang wurde im März 2008 von Nadja genäht.

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"Ihr wundervollen Lieben,

ihr habt mich so glücklich gemacht!
Der Wandbehang ist so toll und klasse, dass ich es gar nicht in Worte fassen kann.
Die letzten Tage sind so unvorstellbar hart für mich ... ich war gestern so verzweifelt und traurig ...
Das Wetter ist ja auch noch so besch... es regnet nur noch ...
Als dann die Dame von der Post mir ein Paket übergab, war ich erst mal so verblüfft, weil ich ja nirgends was bestellt hatte.
Dann habe ich es geöffnet und ich sah den Wandbehang!
Die Sonne ging für mich auf!
Er ist so passend!
Ich fühlte mich von euch umarmt!
Ich freue mich so sehr ... auch andere Menschen denken an meinen Wurschtel Tom ... nehmen Anteil ....
ich bin euch so dankbar!

Er bekommt einen ganz tollen Platz, wo ich ihn immer sehen kann!
Ich danke auch für die ganz lieben Karten .. für das wunderschöne Gedicht ... am Kühlschrank hängt der Löwe ... Die Karten kommen zu meinen Tom-Karten und ich werde sie mir oft durchlesen!
Und dann sehe ich den Wandbehang vor mir...

Vielen Dank!!
Ihr seid so klasse!!!

Liebe Grüße
Heike"