(Februar 2008)
Es war im Juni 2001 als mir das erste Mal durch den Kopf ging,
dass ich "überfällig" war mit meiner Periode!
Schnell schob ich den Gedanken schwanger zu sein beiseite,
denn ich schob meine "Überfälligkeit" auf den Stress,
den ich seit einigen Wochen hatte.
Ich stand nämlich mitten im Prüfungsstress.
Am 11.07. sollte ich meine Abschlussprüfung zur
Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten machen.
Da ich aber direkt an der Quelle saß,
habe ich mir am 30.06. einen SS-Test gekauft.
Nach langem hin und her habe ich allen Mut zusammen genommen
und diesen Test gemacht.
Er war positiv!!!
Ich habe mich so gefreut!
Auch Mario, der erst sehr erschrocken da saß,
freute sich sichtlich von Minute zu Minute mehr.
Gleich am nächsten Morgen habe ich mir einen Termin beim Gynäkologen geben lassen.
Mit weichen Knien saßen wir im Wartezimmer,
bis die Sprechstundenhilfe uns endlich aufrief.
Noch während sie uns ins Sprechzimmer begleitete zwinkerte sie uns zu,
und meinte, dass sich unser Test nicht geirrt hat.
Auch der Arzt bestätigte uns nach einer Ultraschalluntersuchung die Schwangerschaft!
Ich bekam dann auch sofort meinen Mutterpass und war überglücklich!
Bald werden wir eine richtige kleine Familie sein!!!
Am 11.07. bestand ich dann auch meine Abschlußprüfung und ich war noch glücklicher als je zuvor!
Die nächsten Monate waren die schönsten Monate meines Lebens.
Mario und ich genossen jeden Tag der Schwangerschaft,
freuten uns über jeden Tritt,
den unsere kleine Maus mir gab und über jeden Milimeter Bauchumfang der hinzukam!
Am 14.12. bekam ich dann plötzlich Wehen.
Sofort fuhren wir in die Klinik um auf Nummer sicher zu gehen.
Der Zervix (Gebärmutterhals) war bereits deutlich verkürzt
und somit mußte ich die nächsten 2 Wochen im Krankenhaus verbringen.
Ich wurde sofort mit wehenhemmenden Medikamenten behandelt.
Bei meiner Entlassung hatte ich die 35. SSW erreicht und die Ärzte meinten,
dass unsere kleine Maus bei den nächsten Wehen,
die ich bekommen würde ruhig kommen dürfte!
Doch dann kam alles anders!
Am 11.01.2002 bekam ich wieder Wehen.
Es war ein Freitag und ich wußte, dass mein Arzt noch Sprechstunde hatte.
Sofort bin ich zu ihm gefahren.
Ich wurde ans CTG angeschlossen.
Nach einer halben Stunde wurde ich dann ins Sprechzimmer gerufen
und mein Arzt meinte, dass die Wehen noch nicht so doll wären
und ich erst wieder nach hause fahren soll!
Das tat ich dann auch!
Den ganzen Abend habe ich mich geschont und fern gesehen.
So gegen 21.30 Uhr haben wir uns schlafen gelegt.
Am nächsten Morgen wurden die Wehen wieder stärker
und wir beschloßen in die Klinik zu fahren!
Ich wollte noch schnell duschen und mich frisch machen,
bevor wir losgefahren sind.
Bereits da habe ich gemerkt, dass etwas nicht stimmt.
Ich habe die Tritte von meiner Maus immer an der rechten Seite im Bauch gespürt
und immer wenn sie getreten hat,
habe ich ihre Füßchen angestupst und sie zog sie dann blitzschnell weg.
Aber an diesem Morgen spürte ich zwar ihre Füßchen, aber keine Tritte.
Und sie zog sie auch nicht weg, als ich ihre Füßchen angestupst habe!
Den Gedanken, dass etwas nicht in Ordnung sein könnte schob ich recht schnell beiseite.
So gegen 11 Uhr kamen wir in der Klinik an!
Sofort wurde ich ans CTG angeschlossen.
Eine sehr liebe Hebammen-Schülerin suchte die Herztöne von unserer Maus.
Nach einer guten halben Stunde holte sie eine Hebamme hinzu.
Aber auch sie fand keine Herztöne!
In diesem Moment wußte ich,
dass sich unsere kleine Maus schon auf den Weg zu den Sternen gemacht hat!
Ein Assistensarzt wurde hinzugeholt.
Er drehte den Monitor vom Ultraschallgerät von uns weg und machte einen Ultraschall.
Keiner sagte ein Wort.
Mir liefen die Tränen, doch die Kehle war mir zugeschnürt!
Der Oberarzt kam hinzu.
Immer noch war da diese Stille, die mich fast wahnsinnig machte.
Dann wurde diese Stille unterbrochen mit den Worte:
"Es tut uns leid, ihr Baby ist verstorben"!
Mario und ich standen unter Schock!
Das kann doch nicht sein.
Unser Baby lebt, das muß ein Versehen sein!
Dann brach es aus mir heraus und ich habe nur noch geschrien.
Ich wollte das nicht wahrhaben.
Warum unsere kleine Prinzessin???
Mir wurde kalt und übel!
Da ich nicht ansprechbar war, sagte die Hebamme zu Mario,
dass wir ein wenig spazieren gehen sollen.
Sie würde in der Zwischenzeit eine Pastorin kommen lassen,
die uns seelische Unterstüzung geben wird!
Mario fragte dann noch nach einem Telefon,
weil ich immer wieder gerufen habe, dass ich meine Mama anrufen möchte.
Wie im Traum wählte ich die Nummer meiner Eltern.
Die einzigen Worte die ich über die Lippen gebracht habe waren:
"Mama, komm bitte schnell, mein Baby ist tot"!
Ich hörte, wie meine Mama am anderen Ende der Leitung versucht hat mich zu beruhigen,
aber ich hörte auch ihr Schluchzen.
Sie versprach sofort zu kommen.
Keine 5 Minuten später wählte ich wieder die Nummer meiner Eltern und fragte nach,
warum Mama denn immer noch nicht bei uns ist.
Ich stand so sehr unter Schock, dass ich nicht einmal mehr darüber nachgedacht habe,
dass sie mit dem Auto mindestens 25 Minuten fahren muß!
Mario und ich machten einen Spaziergang im Park.
Ich hatte mich ein wenig beruhigt und wir gingen zurück zum Kreissaal!
Dort brachte man uns in einen kleinen Raum,
in dem schon die Pastorin auf uns wartete.
Die ersten Worte, die sie sagte waren:
"Ich möchte Ihnen mein herzlichstes Beileid ausdrücken,
es tut mir wahnsinnig leid!"
Erst da realisierte ich, dass unsere Maus nicht mehr lebte!
Gleich darauf kam auch meine Mama!
Sie nahm mich in den Arm und drückte mich ganz doll
und da liefen bei mir die ersten Tränen.
Ich habe nur noch geweint.
In den Armen meiner Mama fühlte ich mich so geborgen
und konnte endlich meinen Tränen freien Lauf lassen!
Ich fühlte mich Mario gegenüber nicht wohl.
Er ist doch mein Lebensgefährte und der Papa unserer Maus,
warum konnte ich in seinen Armen nicht weinen?
Ich denke heute, dass ich ihn schützen wollte.
Ich wollte ihn mit meiner Trauer nicht überrollen, denn er selbst trauert ja auch!
Wir saßen eine ganze Weile zusammen und haben geredet.
Mario, meine Mama, die Pastorin und ich!
Es hat so gut getan zu reden.
Gegen 18.00 Uhr kam dann die Hebamme und brachte mich in einen der Kreisääle.
Es war sehr schön hergerichtet.
Mit leiser Musik und gedämmten Licht.
Um 20.00 Uhr wurde mir dann eine PDA gelegt, damit ich die Schmerzen besser ertragen konnte.
Die Nacht war sehr schwierig.
Immer und immer wieder strich Mario mir über den Bauch und sagte zu unserer Maus,
dass sie doch wieder aufwachen solle und das er sie so wahnsinnig lieben würde!
Mario, meine Mama und mein Papa blieben die ganze Nacht bei mir.
Hin und wieder schlief ich ein.
Ich konnte kaum noch etwas erkennen,
meine Augen waren vom Weinen so sehr angeschwollen,
dass ich vieles nur noch verschwommen sah.
So gegen 6 Uhr bekam ich dann die ersten Presswehen.
Ich werde diese Stunden niemals vergessen.
Übelkeit kroch in mir auf, ich weinte so sehr,
und dann die Schmerzen, die ich ertragen mußte,
ohne danach ein lebendes Baby in den Armen halten zu können.
Doch ich wollte mein Baby auf diese Welt bringen!!!
Mario und Mama halfen mir so sehr und wichen nicht von meiner Seite!
Um 8.58 Uhr kam sie zur Welt!
Unser Sonnenschein, unser Engelchen, UNSER Baby!
Gleich nach der Geburt wurde mir unsere kleine Prinzessin in den Arm gelegt!
Sie sah so friedlich aus, so süß, als ob sie nur schlafen würde!
Ich habe sie gesehen und habe gelächelt!
Ich war glücklich, denn ich hatte unser Baby geboren!
Ich sah sie mir an, küsste sie, strich ihr über ihre süßen blonden Locken und bewunderte sie!
Dann waren wir drei allein!
Mario und ich und unsere kleine MAREIKE!!!
Wir durften sie begrüßen auf dieser Welt und gleichzeitig mußten wir Abschied nehmen!
Für immer!
Diese Stunden waren die kostbarsten Stunden in unserem Leben!
Nach einiger Zeit kam die Hebamme zurück um Mareike fertig zu machen!
Sie wurde gebadet, man zog ihr eine Windel an,
machte sie zurecht und zog ihr die Kleidung an,
die wir bereits in der Nacht zusammen ausgesucht hatten!
Sie sah so hübsch aus!
Wieder lies man uns allein!
Wir hatten viel Zeit um uns zu verabschieden!
Gegen 13.30 Uhr brachte man uns auf mein Zimmer und ich konnte mich ein wenig ausruhen!
Ich schlief sofort ein!
Mario und mein Bruder sind nach Hause gefahren um Kleidung zu holen,
die Mareike bei ihrer Taufe trag en sollte!
Um 17.00 Uhr wurden wir dann in den Kreissaal gebracht,
in dem einige Stunden zuvor Mareike zur Welt gekommen ist!
Es standen frische Blumen auf dem Tisch und es war wieder alles sehr schön zurecht gemacht.
Dann wurde Mareike getauft.
Es war sehr traurig aber auch schön.
Meine Eltern waren da, meine 3 Geschwister, eine Hebamme,
die Pastorin und Mario und ich!
Alle haben sie unsere Mareike auf den Arm gehalten.
Meine Mama hat sie sogar zur Taufe angezogen und zurecht gemacht.
Es war für sie ein unvergessener Augenblick!
Auch nun hatten wir wieder einige Stunden für uns,
in denen wir mit Mareike alleine waren!
Es war so wunderschön!
Sie war so wunderschön!
Am Abend wurde Mario ein Bett zu mir ins Zimmer geschoben,
damit ich in der Nacht nicht alleine sein mußte!
Wir redeten sehr viel über unsere Prinzessin
und beschloßen noch einmal zum Kreissaal zu gehen um sie zu sehen.
Es war gegen 23 Uhr!
Die Hebamme sagte uns, dass sie Mareike zu uns ins Zimmer bringen würde.
Es war so schön.
Die Hebamme schob sie in ihrem Bettchen zu uns ins Zimmer.
Den Himmel hatte sie ganz zugezogen.
Wir nahmen Mareike aus ihrem Bettchen raus und legten sie zwischen uns ins Bett!
Wieder küssten wir sie und streichelten ihr über ihre süßen blonden Locken!
Nach 2 Stunden haben wir sie zurück zum Kreissaal gebracht!
Gleich am nächsten morgen wollte ich meine kleine Maus wieder sehen.
Ich zog mir meinen Morgenmantel über und lief den Flur entlag zum Kreissaal.
Ich mußte sie einfach noch einmal in den Armen halten.
Ich nahm ihr Bettchen und brachte sie zu ihrem Papa aufs Zimmer.
Dieses Mal war es das letzte Mal,
wo wir unser Kleine in den Armen halten konnten.
Ich habe keine dieser Stunden bereut und es waren die schönsten Momente unseres Lebens, aber zugleich auch die traurigsten Momente!
Die Tage darauf waren sehr schwer für uns!
Am Dienstag den 15.01.2002 haben wir sie noch einmal gesehen.
Sie lag so friedlich in ihrem "Bettchen"!
Doch es war der Moment, der für mich der schwierigste war.
Ich wollte sie noch einmal in den Armen halten...,
doch es ging nicht!
Auch der Bestatter merkte, wie schwer es mir fiel,
und meinte dann, das wir Mareikes "Bettchen" noch zurecht machen sollen!
Wir hatten uns für einen blauen Sarg mit Sternen drauf entschieden.
Die Sterne durften wir dann selber auf ihr "Bettchen" kleben!
Das hat uns sehr viel bedeutet.
Und wir hatten ein beruhigendes Gefühl,
denn wir konnten ihr noch eine kleine "Freude" machen!
Am 16.01.2002 sollten wir nun unser überalles gelieben Sonnenschein
endgültig in Gottes Hände geben.
Es war für uns kein leichter Weg.
Die Trauerandacht sollte um 11.00 Uhr im engsten Familienkreis stattfinden.
Der Morgen war kein gewöhnlicher Morgen.
Nicht nur, weil wir unser Engel beisetzen mussten.
Es war ziemlich nebelig und trübe diesen Morgen.
Um 11.00 Uhr begann dann die Trauerandacht.
Unser Pastor hatte eine sehr schöne Predigt vorbereitet.
Als wir dann an Mareikes Grab standen, wurde mir ziemlich übel.
Mir kam es vor, als ob mir jemand den Boden unter den Füssen weg zog.
Mein Vater und Mario haben mich dann gehalten,
damit ich nicht vor Mareikes Grab zu Boden sinke.
Nach der Beisetzung fuhren wir geschlossen zu meinen Eltern.
Unser Bestatter sagte meiner Mutter, dass wir um 13.00 Uhr zurück zum Grab fahren können,
dann hat er alles soweit wieder hergerichtet.
Als wir dann um ca. 12.45 Uhr einen Blick nach draussen geworfen haben,
glaubten wir unseren Augen nicht zu trauen.
Die Sonne strahlte aus allen Löchern.
Obwohl es den Morgen ziemlich nebelig und trübe war.
Diese Sonnenstrahlen haben uns getröstet, denn wir haben uns gesagt:
"Unser Engel ist oben bei Gott angekommen und schiebt für uns die Wolken beiseite!"
Und bis heute denken wir immer noch,
wenn mal wieder die Sonne scheint, dass Mareike sie nur für uns nach unten lässt...
Für Mareikes Wandbehang habe ich mir Mond und Sterne
und vielleicht ihre Daten vorgestellt.
Engel finde ich auch wunderschön, denn sie ist ja einer :-)!
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Der Wandbehang wurde im Februar 2008 von Astrid genäht.
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Für Tammo macht sich mit auf den Weg:
Vielen Dank an Monika!
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Liebe Tanni, liebe Stickerinnen, liebe Astrid, liebe Monika!
Ja was soll ich bloß schreiben? Ich bin überwältigt von eurer Arbeit, von den Quadraten, den fertigen Quilt und und und!
Freitag klingelte es an der Tür,
Mario hat geöfffnet und kam mit einem riesigen Paket zurück ins Wohnzimmer.
Es war von Astrid!
Schon an dem Aufkleber "Sticken für ein Kinderlächeln" erkannte ich, was es sein musste!
Noch bevor ich das Paket mit den Kindern öffnete, liefen bei mir die Tränen.
Mario nahm mich in den Arm und fragte, ob ich es überstehen würde,
wenn ich das Paket öffne?
Als ich dann den wunderschönen Quilt für Maren,
das wunderschöne Kissen für Tammo und den Wandbehang für Mareike sah,
war ich einfach nur noch überwältigt.
Eure vielen lieben Briefe und Karten haben mich bzw. uns so aufgebaut.
Ich danke euch von Herzen, dass ihr meinen beiden Mäusen und uns ein Kinderlächeln alien aufs Gesicht gezaubert habt.
Gerne möchte ich euch noch ein paar Bilder zeigen:
DANKE IHR SEID WUNDERBAR!!!!