(Februar 2008)
Die Vorstellung, daß viele Frauen für Benedikt einen Stickquilt anfertigen und dabei an ihn denken berührt uns hier tief.
Jetzt zu uns und Benedikt.
Unsere Familie besteht aus folgenden Mitgliedern:
Freia Sibille - Mama und leidenschaftliche Gärtnerin
Heribert - Papa und Motorradfan, sowie Kinderfreund
Maren Sibille - fast 30, leicht geistig behindert, arbeitet in einer beschützenden Werkstatt.
Andrea Sigrun, 27, Studentin auf Lehramt,wohnt in einer kleinen Etage bei uns im Haus
*Johannes - wurde fast 9 Jahre alt.
Er kam mit 10 Tagen zu uns.
Er hatte ebenfalls ein Down-Syndrom, einen schweren Herzfehler,
eine Darmerkrankung und Leukämie an der er dann auch starb.
Das ist jetzt ziemlich genau 7 Jahre her.
Benedikt *08.05.2002 -
Benedikt ist Chinese und sollte in Deutschland von Verwandten adoptiert werden,
da in China nur ein Kind erlaubt ist.
Da er behindert geboren wurde, wurde er nicht akzeptiert.
Da Heribert und ich uns nach Johannes Tod noch ein Kind wünschten,
bewarben wir uns für ein geistig behindertes Kind.
Das wurde dann Benedikt.
Sein Name bedeutet "Der Gesegnete", wir alle finden daß er auch sicher auf ihn passt.
Er ist eine Freude und ein Segen für uns.
Er ist sehr fröhlich und aktiv.
Sprechen kann er eigentlich nicht.
Nur Papa und Opa.
Wir Mädels werden hier nicht erwähnt.
Ab und zu werden wir zu "Ehrenpapas" ernannt - wenn es um etwas Leckeres zu Essen geht.
Benedikt liebt Musik, Ballspiele, Seifenblasen, Luftballons, Lego Duplo,
Fingerspiele, Baden, Bilderbücher, mit Papa in einer Sackgasse Motorrad fahren,
"Papa Dampfmaschine", mit Mama Backen, an Blumen riechen und natürlich Pferde.
Seit Sommer traut er sich Ponys zu reiten und zu streicheln.
So, ich hoffe ihr habt jetzt eine kleine Vorstellung von uns.
Alles Liebe
Freia Sibille
****************************
Die Decke wurde im Februar 2008 von Yvonne genäht.
****************************
"Benedikt und die ganze Familie war sehr gespannt was wohl in dem Päckchen
sein würde, das überraschend ankam.
Ein Quilt in seinen Lieblingsfarben!
Benedikt hat sich erst einmal daraufgesetzt und ist eine zeitlang darauf
sitzten geblieben.
Er hat sich jedes Quadrat ganz genau angeschaut und hat
sie mit seinen Fingern befühlt.
Jetzt darf der Quilt sogar auf seinem Bett
liegen.
Da Benedikt autistische Züge hat, ist es immer sehr schwer, etwas in
seiner Umgebung zu verändern.
Er weiß ganz genau, was er will oder nicht.
Bei dem Quilt hat er sofort verstanden, dass es ein Geschenk für ihn ist
(obwohl er gar nicht Geburtstag hatte oder sonst irgendein Fest war).
Er hat
ihn sich um die Schultern gewickelt und ist stolz durch das Wohnzimmer
stolziert.
Da unser Internet sehr langsam ist, werden wir ihnen die Fotos mit der Post
schicken.
Wir waren sehr bewegt, als wir die vielen Karten gelesen haben.
Dass so
viele Menschen an uns gedacht haben und Benedikt und uns eine Freude machen
wollten hat uns sehr gerührt.
In unserem Umfeld werden wir oftmals ungläubig gefragt, warum wir uns
Benedikt freiwillig "angetan" haben.
So viel positive Rückmeldungen zu
bekommen, hat sehr gut getan.
Dadurch fühlen wir uns ihnen und all den
anderen lieben Stickerinnen sehr verbunden.
Bendedikt geht es sehr gut.
In unserer Familie hat es allerdings einige Veränderungen gegeben.
Vor sieben Monaten hat Andrea ihr erstes Kind, Lukas, bekommen.
Er und Benedikt spielen mittlerweile schon miteinander und sie verstehen sich sehr gut.
Das war für uns eine große Erleichterung, da wir
Benis Autismus betreffend, einige Sorgen hatten.
Als er ihn das erste Mal gesehen hat, wurden diese aber sofort beiseite
gewischt:
Benedikt ging zu Lukas hin und gab ihm einen Kuss.
Er hatt offensichtlich sofort verstanden, dass Lukas jetzt zur Familie
gehört (auch wenn er Andreas Bauch auf zu viel Essen zurückgeführt hatte).
Mit den allerbesten Grüßen,
Familie W."