(Februar 2008)
"Herzlichen Glückwunsch: Sie bekommen Zwillinge!"
Als der Frauenarzt mir dies mitteilte, war der Schreck im ersten Moment groß,
dann musste ich lachen.
Na, wenn das keine Überraschung ist.
Viel Arbeit, aber auch doppelte Freude.
Aber: Risikoschwangerschaft, weil es Zwillinge sind und die Mutter über 35 Jahre jung.
Aus medizinischer Sicht wurde eine Fruchtwasseruntersuchung angeraten.
Mein Mann Michael und ich waren uns einig - für unsere Kinder haben wir keinen Kassenzettel,
der ein Umtauschrecht der Ware bei "Nichtgefallen" gewährleistet.
Wir entschieden uns folglich gegen diese Untersuchung.
Die weiteren Vorsorgeuntersuchungen verliefen positiv.
Alles gesund und munter und "normal" - soweit erkennbar...
Am 12. Januar 2006 wurden unsere Zwillinge Emilia und Aaron geboren.
Die Diagnose lautete: Aaron hat das Down Syndrom (Trisomie 21).
Es war ein Schock.
Jedoch kein Weltuntergang, weil ich wusste,
dass mein Mann und ich irgendwie diesen unabänderlichen Tatbestand meistern werden.
Ein Kind verändert ein Leben völlig.
Ein behindertes Kind vielleicht noch mehr.
Aber man lernt eine Menge über das Leben.
Durch Aaron wird "die Spreu vom Weizen getrennt".
Die für uns wichtigen Menschen sind in unserem Leben geblieben.
Aber man sollte niemanden dafür verurteilen,
wenn er mit der Behinderung von Menschen nicht umgehen kann.
Wahrscheinlich ist es dann auch nicht das einzige im Leben solcher Leute,
womit sie nicht klar kommen.
Durch Aaron sind wir sehr netten und offenen Menschen begegnet.
Ohne seine Behinderung wäre dies wahrscheinlich nie der Fall gewesen.
Sehr froh sind wir darüber,
dass unser Sohn keine der dem Down-Syndrom typischen Organsschäden (z. B. Herzfehler) hat.
Das Stigma und Charakteristika des Down-Syndroms ist unverkennbar:
"Mongolische" Augen, flaches Gesicht.
Schwache Muskeln, die geistige und körperliche Entwicklung ist verzögert,
was seine Zwillingsschwester uns oft schmerzlich verdeutlicht.
Andererseits kann er keinen besseren Lehrmeister haben, um die Rückstände aufzuholen.
Aaron ist sehr emotional und eigen.
Die kleinsten Kleinigkeiten können schlagartig der größte Weltuntergang sein.
Aber wenn Aaron lacht, dann aus tiefstem Herzen.
Verstellung ist nicht sein Terrain.
Und Vorsicht: Charme ist jede Menge vorhanden!
Wir wünschen uns für Aaron, dass er auf Menschen trifft,
die ihn in seinem "Anderssein" akzeptieren
und mit seiner Behinderung umgehen können.
Hoffentlich kann er genügend vor den gewollten und ungewollten Grausamkeiten
seiner Mitmenschen geschützt werden.
Aaron soll gefördert werden, aber auch nicht überfordert.
Es wäre schön, wenn er es schafft, so selbstständig (und eben auch autark) zu werden,
dass er z. B. mal in einer betreuten Wohngemeinschaft leben kann.
Wir als Eltern müssen permanent lernen, diese Gradwanderungen auszuloten,
um das richtige Maß und Schutz für Aaron zu finden.
Aber dies gilt wohl auch für Kinder ohne Behinderung.
Es ist eben immer die Frage, wer hier von wem lernt!
Bunte Kindermotive oder etwas mit Tieren wäre toll, wir haben Hunde und Katzen zu Hause.
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Die Decke wurde im Februar 2008 von Martina (dW) genäht.
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Außerdem macht sich noch dieses Geschenk für Emilia mit auf den Weg:
Vielen Dank an Heike! (Foto kommt noch!)
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Der Quilt wurde von Heike übergeben! :o)