


Hallo Stickerinnen und Interessenten!
Ich heiße Julia und Sie auf Ansgars Seite willkommen.
Ansgar kam am 08.01.1992 auf die Welt.
Als nach einigen Monaten nach seiner Geburt schwere Krämpfe auftraten,
die sich später als therapieschwierig bzw. -resistent erwiesen,
diagnostizierten Ärzte das Lennox-Syndrom.
Außerdem äußerten sie den Verdacht auf das Angelman-Syndrom.
Das betreute Wohnheim, in dem seine Mutter damals wohnte, konnte ein vermutlich sehr schwer behindertes Kind, zumindest eines mit so schlechter Prognose, die mit der Diagnose des Lennox-Syndroms gemacht wurde, nicht tragen und so zog Ansgar als Kleinkind zu Pflegeeltern.
Ansgar lernte wie ein Häschen von hier nach dort zu hüpfen,
kletterte auf Stühle und Tische,
lernte durch das Hochziehen an diesen Gegenständen das Laufen.
Er lernte Brot und ähnliches tagesformabhängig mit den Händen selber zu essen
und genoss gutes Essen.
Ansgar blieb sprach- aber nicht verständigungslos.
Er zeigte deutlich seinen Willen, seinen Ärger,
seine Traurigkeit und seine Freude durch sein ganzes Verhalten,
seiner Mimik, seinen Lauten und seinem herzlichen Lachen.
Die Pflegeeltern konnten nicht mit Ansgars zunehmenden Versorgungsanspruch mitwachsen und so kam es, dass Ansgar wegen gehäufter Unfälle noch einmal umziehen musste.
Ansgar zog daher 1998 in ein kleines heilpädagogisches Kinderheim.
In diesem Kinderheim habe ich am Pfingstdienstag 2001 meine Aushilfstätigkeit neben der Schule angefangen und Ansgar kennen gelernt und lerne ihn noch immer kennen.
Ansgar kann immer noch wie ein Häschen hüpfen,
klettert aber nicht mehr auf oder über Hindernisse.
Er kann tagesabförmig noch immer frei laufen,
im Allgemeinen aber zusehends unsicherer.
Ansgar isst auch noch hin und wieder Brot mit den Händen selber,
wobei es auch Phasen gibt, in denen er nicht mehr zu wissen scheint,
was er tun möchte.
So nimmt er das Brot in die Hand aber führt es nicht zum Mund
oder führt es zum Mund aber lässt es nicht los.
Aber er hat gelernt seinen Becher beim Trinken festzuhalten
und mit wenig Hilfestellung selber zu trinken;
wenn es ihm schmeckt, dann auch ganz alleine!
Leider hat er mittlerweile Phasen in denen er gar nichts mehr isst,
auch nicht Dinge, die er sonst sehr gerne mag.
Ansgar ist motorisch äußerst unruhig und ständig in Bewegung.
Teilweise hibbelt er mit Armen, Beinen und Rumpf so lange und stark,
dass er vollkommend abwesend ist.
Ansgar ist stark wahrnehmungsgestört
und hat dadurch unter anderem eine undifferenzierte Emotionalität.
So lacht er auch mal, auch wenn ihm eigentlich zum Weinen zumute wäre
und kann auch Berührungen oder Schmerz nicht immer lokalisieren.
Es ist nicht immer leicht einzuschätzen wie Ansgar
auf bestimmte Angebote reagiert, ob er überreizt oder abschaltet
und selbst die Reaktionen sind nicht immer klar und einsortierbar.
Syndrombedingt hat Ansgar ein instabiles Phasenleben, regelmäßig wechseln sich global gute mit global schlechten, extremen Phasen ab.
Ansgar hat kein ersichtliches Sprachverständnis
und reagiert beispielsweise auch nicht auf seinen Namen.
Er artikuliert sich noch immer, aber weniger eindeutig,
hauptsächlich über seine Mimik und Lautierungen.
Es ist teilweise nicht ersichtlich, ob Handlungen
gezielt durchgeführt werden oder nicht.
Oftmals verfällt er mitten in Handlungen in seine Stereotypen.
Ansgar kuschelt sehr gerne und kann immer mehr und besser
selber Zuneigungen zeigen.
So kommt er zu den Leuten,
kuschelt sich an und streichelt leicht mit seiner Hand über die Person.
Ansgar mag seine Kuscheltiere und -kissen sehr gerne
mit denen er kuschelt, in die er hineinbeißt oder mit denen er spielt.
Er hört noch immer gerne Kindermusik oder Kinderhörspiele
wie "Lars der kleine Eisbär".
Überhaupt mag er gerne Angebote, die Säuglinge auch mögen,
so sitzt er auch gerne auf dem Schoß und lässt sich wiegen,
schaukeln oder hüpfen und mag es, wenn man mit ihm singt und ihn dazu bewegt;
er liebt baden (auch im Schwimmbad) und Spaziergänge, wenn er fit ist,
auch gerne mal an der Hand laufend.
Er beobachtet Mobiles und Lichter
und freut sich sehr über Wunderkerzen und ähnliches.
Auch Angebote aus der Richtung basale Kommunikation/Stimulation nimmt
er in offenen Phasen gerne an.
Ansgar bekommt regelmäßig Besuch von seiner Mama,
die ihn sehr liebt und die er auch sehr lieb hat.
Seit sein kleiner Bruder im März 2004 auf die Welt kam,
ist sie in ein anderes Wohnheim umgezogen,
damit sie den kleinen Niklas selber großziehen kann.
Seitdem hat sie viel weniger Zeit, bemüht sich aber so oft wie möglich zu kommen.
Zu den Pflegeeltern hat Ansgar keinen Kontakt mehr.
Ansgar ist besonders anfangs schwer einzuschätzen.
Er wird meist von Neuen kognitiv und motorisch überfordert.
Er wirkt dauernd fröhlich und fit und es braucht seine Zeit,
bis man sich klar wird, dass er nicht immer fröhlich ist,
wenn er (unmotiviert oder hysterisch) lacht und
nicht immer fit, wenn er (wie aufgezogen aber orientierungslos) herumläuft.
Ansgars Reaktionen werden öfters fehlinterpretiert oder übersehen.
Einhergehend mit dem Verschätzen werden
ihm dann flüchtige und diffuse Reize gegeben.
Ansgar ist der Liebling der Neuen und Aushilfen,
diese reißen sich nahezu um ihn, weil er so süß und handlich ist
und viel Charme versprüht, wenn er lacht.
Um seinetwegen will ihn k(aum)einer.
Für mich ist es bis heute schwierig ihn einzuschätzen und zu verstehen.
Ich selber hatte mich auch in ein Kind verliebt,
dass ich in ihm gesehen habe; ich hatte ihm auch Freizeitangebote gemacht,
von denen ich dachte, dass sie seinen Anforderungen entsprächen,
mit denen ich mich aber total verrannt hatte,
wie sich später zeigte und ich mir eingestehen musste.
Mit der Zeit lerne ich ihn immer besser und ehrlicher kennen, schätzen, mögen.
Ein anderes Kind, als ich anfangs dachte.
Somit geht ein Dank an die Gruppe, die uns uns kennen lernen gelassen hat.
Mittlerweile, einhergehend mit der intensiveren Beziehung meinerseits,
werden Erkenntnisse und Eingeständnisse - z.B.
in Zeiten der Selbstreflektion oder einer schlechten Phase
oder angesichts des deutlichen Abbaus geistiger
und auch körperlicher Fähigkeiten - immer schwerer zu tragen.
Regelmäßig habe auch ich kleinere Krisen, die aber auch immer seltener werden.
Trotzdem behauptet sich der kleine Prinz als "mein Kind" und das nicht, weil es "halt irgendwie so kam", sondern weil ich in vermeintlich kleinen Dingen eine Bestätigung und Wichtigkeit in meinem Tun sehe, weil er mir hilft das und anderes zu sehen und weil er meistens ein zufriedenes Kind ist, das die Tage genießen und Spaß an einfachen Dingen haben kann, weil er mich sehen lässt, was schön und wichtig ist im Leben...
...Ansgar, ich liebe dich deinetwegen.
Dafür und für meinen beruflichen Ehrgeiz danke ich ihm.
Julia.
Da Ansgar am aller liebsten seine Kuscheltiere und -kissen hat,
fand ich es schön, wenn seine liebsten Teile auf dem Quilt abgebildet wären,
zum einen, weil er dann den Quilt als den seinen erkennen könnte
(und die anderen Kinder aus der Gruppe auch),
zum anderen, da es ja die Dinge sind, die er gerne hat.
Seine liebsten Teile sind z.B. zwei Kissen von Haba,
einmal so eine Schnecke und einmal ein Männchen in einer Röhre;
auf der einen Seite der Röhre guckt er als König heraus
auf der anderen Seite als Männlein mit Spitzhut.
Dann hat er "Fidelia" eine Raupe in einer Blume, auch von Haba.
Außerdem liebt er seine Sigikid Schnuffeltücher und Greiflinge,
seine rotgestreifte "Nuckelmaus" ist ganz wichtig und der "Rasselfrog".
Oder sein liebstes Badewannenaccessoire,
eine rot-gelbe Badewannen-Krabbe von Sigikid.
Einen kleinen Koalabären hat er auch noch als Greifling,
den er alternativ zum Frosch nutzt, wenn der mal gerade in der Wäsche ist,
der ist allerdings ganz klein...
oder sein sitzendes Beannie-Schaf, auch von Sigikid...
Ansonsten hat er auch anderes Spielzeug,
das aber in der Beliebtheits- und somit Nutzungsskala
nicht soweit oben steht und mir daher gerade auch nicht so präsent ist...
Kuschelgreiflinge von Chicco "erste Freunde"..
ansonsten habe ich erst mal keine Ideen mehr
und ich denke Ansgar auch keine Wünsche.
Die Motive sind natürlich sehr speziell und da ich selber auch überhaupt keine Ahnung vom Sticken habe, weiß ich nicht mal, ob sich sowas realisieren ließe.
Ich stelle mir also andersgesagt vor, dass die Motive einfach kindgerecht sind, mit kräftigen, bunten Farben und klaren Formen, wie z.B. eben die oben genannten Spielsachen.
Ein paar Worte zu mir und der Gruppe:
Ich bin am 19.11.1982 geboren und bin Studentin.
Nebenher arbeite ich noch immer in dem Kinderheim als Aushilfe.
Ansgar bedeutet mittlerweile mehr für mich als ein zu betreuendes Klientel.
Im Dienst im Kinderheim ist er mit den übrigen acht Kindern aus
seiner Gruppe absolut gleichrangig
und ich und alle anderen Betreuer bemühen sich um Gerechtigkeit.
Da jedes Kind aber so "seinen" Betreuer hat,
gleicht sich die Gruppenstruktur automatisch aus.
Besondere Unternehmungen biete ich Ansgar von daher fast ausschließlich außerhalb der Dienstzeiten an, hole ihn ab oder besuche ihn, damit wir auch wirklich Zeit für einander haben und nicht noch an soviel anderes denken müssen.
Wir verbringen auch hin und wieder einfach einen ruhigen Tag miteinander ohne wirklich immer was besonderes zu machen, können dies aber auch gut genießen.
Die Gruppe ist bunt gemischt, was Charakter, Alter, Geschlecht und Behinderung ausmacht, und trotzdem harmonieren (und profitieren) die Kinder miteinander, wohnen sie in dieser Gemeinschaft auch schon fast 7 Jahre zusammen.
Alle die möchten, sind natürlich gerne eingeladen uns per
Email
zu
kontaktieren.
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Die Decke wurde im November 2005 von
mir (tanni) genäht.
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Für Ansgars Bruder macht sich dieses Handtuch auf den Weg!
Vielen Dank an Astrid!
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Hallo miteinander,
der tolle Quilt ist angekommen!
Der Quilt ist ein Volltreffer!
Ansgar hat ihn direkt in Beschlag genommen, reingebissen, ihn geknuddelt, angesehen, sich draufgelegt, sich druntergelegt, er hat sich reingekuschelt, wieder draufgesetzt, sich draufgelegt, wieder geguckt - man hätte ihm keine schönere Freude machen können!!!
Die Karten und Briefe und das Handtuch für seinen kleinen Bruder
musste ich retten, mit ihnen wäre sonst das gleiche passiert.
Die netten Worte, die auch an mich gerichtet waren - vielen Dank dafür!
Ich möchte hier noch mal sagen, Astrid, vielleicht liest du hier mit,
die Idee auf das Handtuch Ansgars Namen mitzuschreiben
finde ich sehr sehr schön!!!
Noch immer haben die beiden sich nicht kennenlernen können,
der Kontakt gestaltet sich als schwierig, seitens des Wohnheims der Mutter.
Es wird sicher leider noch dauern,
bis ich es mal schaffe ein Treffen zu organisieren...es tut mir Leid,
das Handtuch werde ich bei mir gut verwahren
und es dich auf jeden Fall miterleben lassen,
wenn Ansgar seinen Bruder das erste Mal treffen kann.
Es ist unbeschreiblich, was es für mich bedeutet,
dass ihr den perfekten Ansgar-Quilt geschaffen habt!
Soviel Zeit, Gedanken, Arbeit und Mühe
ihr in Eure einzelnen Werke gesteckt habt, soviel Freude, Gedanken, Wert
und Dankbarkeit erreichen uns in der Gesamtheit und im Detail!
Alle Motive sind so persönlich und die Spielsachen,
die ihr für ihn gestickt habt bedeuten mir sehr viel!
Ansgar hat seinen Quilt genau betrachtet - vielleicht war es ihm ganz logisch, dass das seiner sein wird, es sind schließlich seine, ganz eigenen Sachen drauf?!
Wer hat eigentlich den "Ansgar+Niklas"-Flyer erstellt?
Der ist ja sehr süß, den werde ich Anis Mutter schenken,
wenn wir uns endlich mal alle zusammen treffen können.
Tanni, dir gilt auch von meiner Seite ein gesonderter Dank für das Initiieren dieser Aktion.
Ich werde versuchen so viele, wie möglich noch persönlich zu erreichen, mit ganz herzlichen Grüßen,
Julia, auch im Namen von Ansgar.