Sticken für ein Kinderlächeln

Till Odin

Name: Till Odin

geboren am: 20.01.2010

Mama und Papa: Iris und Walther

Geschwister: Lukas Thor (5 Jahre)

Till Odins Geschichte

Mein Mann und ich haben uns nach unserem ersten Sohn, Lukas Thor (5 Jahre), sehnlichst noch ein weiteres Kind gewünscht.
Nach einer Fehlgeburt im Jahr 2007 sollten wir zwei Jahre später noch mal Glück haben.
Ich wurde 2009 wieder schwanger.
Wir haben uns riesig gefreut.
Doch schon nach den ersten frühen Wochen der Schwangerschaft stellte sich eine Hyperemesis ein.
Ich mußte mich ständig übergeben.
Nahm im ersten Trimester 6 kg ab, konnte weder Essen noch Getränke bei mir behalten.
Häufig war ich für ein paar Tage stationär im Krankenhaus und bekam eine Infusionstherapie mit Vomex.
Dies half aber nur bedingt gegen die Übelkeit.
Zumindest bekam ich wieder Flüssigkeit.
Die Hyperemesis war leider erst mit der Geburt von Till Odin vorrüber.

Während der ganzen Schwangerschaft machte ich mir wegen der „Kotzerei” furchtbare Sorgen um unseren kleinen Mann.
Ich dachte immer, das kann doch nicht alles gut sein, dies ganz Über-dem-klo-hängen, und dann mit Baby im Bauch.
Aber unserem kleinen Mann fehlte es an nichts.
Die Untersuchungen waren immer alle Bestens.
Auf dem Ultraschall war immer alles ok.
Wir brauchten uns also nicht mehr zu sorgen.

Irgendwann bekam ich dann immer häufiger so ein „komisches” Gefühl.
Keiner wollte mir glauben, wenn ich gesagt habe mit unserem Baby stimmt was nicht.
Alle haben immer gemeint, das wäre nur die Aufregung.
Ich würde mir etwas einbilden.

Dann, 2 Wochen vor der Geburt rief mein Mann die Hebamme an, für ein CTG.
Nur um mich zu beruhigen.
Ich hatte da unser Baby schon seit über 10 Stunden nicht mehr gemerkt.
Und ich wußte genau ihm geht’s nicht gut.

Das CTG war ruhig.
Keine Wehen.
Ruhige Herztätigkeit.
Ab und zu Kindsbewegungen.
Die Hebamme meinte noch, das er immer dann schlafen würde, wenn sie ein CTG schreiben wolle.
Sie „knuffte” etwas meinen Bauch, um ihn zu wecken.
Aber die Herztöne blieben sehr ruhig.

So ging es dann erstmal weiter.
Ich hatte jeden Tag Angst, weil ich unser Baby kaum mehr spürte. Jeder meinte, er habe ja nun auch weniger Platz im Bauch, das wäre normal.
Aber ich wußte es dennoch besser.
Es war der Horror.
Ich war mir sicher, dieses Kind wird es nicht schaffen.

Dann kam ich am 18.01.2010 ins KKH mit Wehentätigkeit.
Das CTG war immer noch sehr ruhig.
Die Wehen hörten so schnell auf wie sie gekommen waren.
Aber die Ärzte und Hebammen wollten mich ersteinmal nicht nach Hause lassen.
Wenn in 2 Tagen nichts geschehen würde und das CTG sich bessert könnte ich erstmal wieder gehen.
Wir hatten ja auch noch 3 Wochen bis zum errechneten Termin.

Am 19.01.2010 wurde ich Abends sehr unruhig.
Das war so gegen 23 Uhr.
Ich werde es nie wieder vergessen.
Ich bin heulend aus dem Zimmer und über die Flure gestrichen.
Ich dachte mein Baby würde sterben.
Eine Hebamme nahm mich ganz lieb mit in den Kreißsaal und versprach mir eine 24 stunden Überwachung am CTG.
Ich dürfe ausnahmsweise im Kreißsaal übernachten, sie hätten nicht viel zu tun, es wäre eine ruhige Nacht.
Endlich mal jemand der mich ernstnahm.

Wieder war das CTG nicht gut.
Die Herzlinie war zu ruhig.
Auch die Hebamme wurde ein wenig komisch. Meine ich jedenfalls.

Dann ging alles ganz schnell.
Innerhalb weniger Minuten hatte ich richtige Wehen, der Muttermund war fast vollständig geöffnet.
Mein Mann kam gerade noch rechtzeitig in die Klinik um dabei zu sein. Unser Muckel wurde am 20.01.2010 um 3.37 Uhr, in der 37. Ssw, geboren.

Dann hörte ich nur noch die Hebamme sagen, der ist aber blass, der ist aber blass.
Es kam ein Kinderarzt und eine Schwester von der Frühchenstation. Und sie nahmen unser Kind mit.

Till Odin wurde mit dem Fetomaternalen Transfusionssyndrom geboren. Angeborene Anämie durch fetalen Blutverlust.

Till hat noch in meinem Mutterleib über die Hälfte von seinem Blut verloren.
Unser Baby wußte instinktiv, das es sich auf den Weg machen mußte. Ich auch.
Ein wenig länger in meinem Bauch und er hätte es nicht geschafft.

Die Ärzte meinten zu uns, so etwas wäre sehr selten.
Sie hätten dies so noch nicht gehabt.
Meine Plazenta wurde pathologisch untersucht.
Mir wurden auch einige Male Blut abgenommen.
Erst haben die Ärzte gedacht, Till wäre an Leukämie erkrankt.
Aber nach weiteren Bluttest konnte festgestellt werden, das er nicht an einer Blutkrankheit litt.
Durch meine Blutuntersuchungen kam raus, das Till mir sein Blut gegeben hat.
Wie auch immer das möglich ist, keiner konnte es uns sagen.
Fest stand, es ist kindliches Blut in meinem Blut nachgewiesen worden. Unser kleiner Mann hat mir über die Hälfte seines Blutes „rübergeschoben”.

Ich fühlte mich, und fühle mich immer noch, schlecht.
In meinem Blut fließt das Blut von Till.
Er brauchte es doch selber so dringend.
Warum hat er das gemacht? Wie konnte das passieren?

An seinem 3. Lebenstag hatte er seinen Tiefpunkt.
Es ging ihm gar nicht gut.
Alle im Team waren bis dahin erstaunt, wie er es die ganze zeit so gut macht.
Die Ärzte sagten zu uns er wäre ein echter Kämpfer.
Aber er war zu schwach.
Alleine würde er es nicht schaffen.
Er brauchte Blut.

An seinem 6. Lebenstag bekam Till seine erste Transfusion.
Der erste Babybeutel wurde Nachmittags um 16 uhr angehängt.
Mein Mann und ich waren so nervös und ängstlich.
Wir haben nur geweint.
Wußten nicht mehr wie es noch soll.
Unsere größte Sorgen jetzt war, verträgt Till das Spenderblut?
Ja, es ging gut.
Till bekam noch zwei weitere Transfusionen.
Dann endlich war sein Hb- Wert auf 15 angestiegen.
Es ging bergauf.

Till nahm zu, hatte keine Abfälle mehr.

Wir konnten am 02.02.2010 glücklich entlassen werden.

Unser kleiner Till Odin hat gekämpft und gewonnen.

Till Odins Quilt ist angekommen!

“Hallo liebe Bella,

ja, was soll ich sagen.
Einen Tag nach Till´s Geburtstag klingelt es an der Tür…. das Kilä Päckchen, endlich da.
Die Aufregung war riesengroß. Lukas konnte es gar nicht abwarten, das Paket aufzureißen.
Wir hatten alle ganz dolles Herzklopfen.

Und dann konnten wir uns den Quilt ganz in Ruhe ansehen. Wahnsinn. Unglaublich schön. Wir finden keine Worte.
So viel Arbeit und Mühe, die ihr euch alle gemacht habt.
Das Sticken, das Nähen, die ganze Organisation. Fantastisch.
Oma und Opa, die Patentanten, Freunde, sie alle finden den Quilt wunderschön.

Dann die vielen lieben Karten und das alle so lieb an den großen Bruder gedacht haben. Wir sind überwältigt. Ihr habt uns ganz viel Freude gemacht.

DANKE DANKE DANKE

Viele liebe Grüße aus dem Norden”



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