Sticken für ein Kinderlächeln

Tanja

Name: Tanja

geboren am: 03.08.1991

Mama und Papa: Heidi und Gerd

Geschwister: : Katja, 15 Jahre

Tanja´s Geschichte

Tanja war ein Wunschkind.
Es war eine schöne Schwangerschaft und wir waren sehr glücklich als wir Tanja endlich in den Armen halten konnten.

Die ersten Monate hat Tanja viel geschrieen, aber der Kinderarzt hat das auf Blähungen zurückgeführt.
Auch ein Wechsel des Kinderarztes änderte daran nichts.

Mit drei Jahren ging Tanja in einen Minikindergarten.
Mit vier bekam Tanja eine Verordnung zum Logopäden wo Sprachprobleme festgestellt wurden, aber auch andere Entwicklungsverzögerungen bemerkt wurden.
Ab da ging Tanja in einen integrativen Kindergarten.

Als Tanja sechs wurde, haben wir Tanja im SPZ testen lassen.
Dort wurde dann festgestellt das Tanja geistig behindert ist.
Das war erst mal eine traurige aber zugleich erleichternde Nachricht, endlich Klarheit zur haben und dass es nicht unsere Schuld war, das Tanja ein besonderes Kind geworden ist.

Tanja hat sich trotz ihrer geistigen Behinderung sehr gut entwickelt. Sie war ein fröhliches Kind und hat schwimmen, Rad fahren und (etwas) Inliner fahren gelernt.
Sie hat gerne gehandarbeitet, und sogar Kissen geknüpft.
Was sie allerdings nicht gelernt hat, ist Lesen.
So sehr sie sich auch Mühe gegeben hat, sie hat es einfach nicht geschafft.

Dann hat sich alles geändert.
Am 31.10.2007 sind wir mitten in der Nacht in die Kinderpsychiatrie gefahren, weil wir nicht mehr weiter wussten.
Sie war unruhig, konnte nicht mehr schlafen, erzählte von unsichtbaren Freunden.

Am 23. November hatten wir dann einen Termin in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, die auch Geistigbehinderte aufnehmen kann.
Im März kam Tanja nach Hause, aber sie hatte in der Psychiatrie alle Fähigkeiten verlernt.
Sie hat nicht mehr gesprochen, konnte Dinge nicht mehr, die sie vorher gerne gemacht hat.
Leider war es auch in der Schule nicht mehr möglich sie in die Klasse zu integrieren.

Im September wurde Tanja dann wieder inkontinent.
Seitdem muss sie wieder gewickelt werden.
Sie hat sich irgendwann geweigert das Haus zu verlassen und dann wollte sie nicht mehr aus ihrem Zimmer.

Im Januar 2009 musste Tanja dann erneut in die Psychiatrie.
Nach vier Monaten wurde sie entlassen mit der Empfehlung sie in ein Heim zu geben.
Sie hat jetzt kein Interesse mehr am Musik hören, keine Ruhe um etwas zu arbeiten, sie möchte nur den ganzen Tag rumlaufen.
Es ist kurz und mittelfristig keine Besserung in Aussicht.

Die Schule hat sich geweigert sie wieder zu unterrichten.

Jetzt ist Tanja seit Juni 2009 in einem Heim das zu zweidrittel mit Rentnern belegt ist, und in dem keine anderen Jugendlichen sind.
Das Heim an sich ist sehr gut, aber für ein 18 jähriges Mädchen ist es schwer Anschluss zu finden.
Wir besuchen sie ständig und holen sie jedes 2. Wochenende zu uns.

Wir können nur hoffen das es Tanja irgendwann wieder besser geht und sie in der Behindertenwerkstatt mithelfen kann.

Tanjas Quilt ist angekommen!



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