*Kyra Soleana
Name: *Kyra Soleana
geboren am: (3.4.09-23.7.09)
Mama und Papa: Sandra und Chris
Geschwister: Lara Virginia (11.4.07)
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*Kyra Soleanas Geschichte
Liebe Kyra,
schon Deine Ankunft verlief nicht ganz nach Plan.
Um Dich vor den Folgen von Mamas Schwangerschafts-Cholestase zu schützen, mussten wir Dich dreieinhalb Wochen vor dem errechneten Geburtstermin in die Selbständigkeit entlassen.
Es scheint, als hätten Du und Deine Mama den Schwarzpeter gezogen.
Die Mediziner im Spital Thun haben Dir aufgrund Deines geringen Gewichts von nur 2 kg, eine Mastkur per Magensonde verordnet.
Nicht Du durftest bestimmen wie viel Du trinken wolltest,
sondern die Trinkstatistiken.
Deine Mama und Dein Papa konnten Dir in dieser Situation nicht
helfen.
Alleine mussten wir Dich im Spital zurück lassen. – … und wieder hatten wir das Gefühl einen Schwarzpeter gezogen zu haben.
Einige Tage nach Deiner Ankunft hat Dich Dein Blut verraten.
Dir wurde der Stempel «Trisomie 21» aufgedrückt.
Für Deine Mama und Dein Papa brach eine Welt zusammen.
Ein krankes Kind in unserer perfekten Welt, das darf doch nicht sein?
Zum dritten Mal innert Kürze hatten wir einen Schwarzpeter gezogen.
Aufgrund der diagnostizierten Trisomie wurde Dein Herz genauer untersucht.
Gemäss Statistik hat ein Viertel der Trisomie-Kinder einen Herzfehler. Die Untersuchung war eine kurze Angelegenheit und der Befund klar: Eine fehlende Trennwand zwischen der rechten und der
linken Herzkammer. – Hmm …
Der vierte Schwarzpeter in Serie machte das Kleeblatt komplett.
Kyra, wir hatten uns so auf Dich gefreut.
In den ersten vierzehn Tagen Deines Lebens hast Du uns Freud und Leid schon so nahe gebracht.
Wir hatten ein wunderschönes, kleines und fein riechendes Baby aber eine Zukunft voller Fragezeichen, eine Zukunft die uns Angst bereitete.
Wir wollten Dich lieben und geniessen, doch da war das Damokles-Schwert über unserem Haupt:
Deine Herz-Operation stand irgendwann bevor.
Glücklicherweise war uns noch etwas Zeit mit Dir vergönnt.
Die Zeit, die Du brauchtest um bis zu der Grösse zu gedeihen, die eine
Operation überhaupt möglich machte.
Wir begannen uns mit dem Thema Trisomie auseinanderzusetzen.
Wir lasen Bücher und Berichte, traten einer Selbsthilfegruppe bei und gaben so Deiner Behinderung einen Platz in unserem Bewusstsein.
Wir lernten mit den Reaktionen unserer Umwelt umzugehen, lernten,
dass Menschen klein und hilflos werden, wenn etwas nicht nach ihrem Standard und der Norm entspricht.
Wir fragten uns, ob unsere Mitmenschen Deine Trisomie bemerkten und bezogen viele ihrer Reaktionen auf diese Behinderung.
Deine Schwester Lara gab sich alle Mühe Dich als Teil unserer Familie zu akzeptieren und zu begreifen, dass Mama und Papa jetzt nicht mehr ihr allein gehörten.
Sie lernte mit dem Wechselbad ihrer Gefühle umzugehen.
Sie liebte Dich als ihr kleines Schwesterchen und verachtete Dich als Konkurrenz, welche ihr Mama und Papas Zeit und Aufmerksamkeit stahl.
Lara wuchs jedoch über sich hinaus und überhäufte Dich mit Zärtlichkeiten, auch wenn diese Dir manchmal nicht mit dem gewünschten Fingerspitzengefühl überbracht wurden.
Die Wochen vergingen.
Wir merkten bald, dass Du nicht irgendein Kind bist, sondern trotz
Deines zarten Alters einen eigenen und starken Charakter hattest, dass Du mit Deiner Art eine Reife ausstrahlst, die wir bei einem Kleinkind nie und nimmer erwartet hätten.
Deine Geduld und Bescheidenheit waren für uns fast unverständlich.
Wie ein kleiner Buddha hast Du in unserer jungen Familie Ruhe verbreitet.
Mit Deinen grossen Augen, Deiner Stubbsnase, Deinen
oft zugespitzten Lippen und Deiner ruhigen Art sahen wir in Dir oft eine Eule: Den Vogel der Weisheit, die Vermittlerin zwischen der Licht- und Schattenwelt.
Die Zeit floss dahin und wir merkten wir gar nicht wie sich unsere Wahrnehmung veränderte.
Deine Trisomie wurde immer unbedeutender, wir sahen in Dir nur noch ein zufriedenes, glückliches und freudestrahlendes Kleinkind.
Ein Baby, das seine Bedürfnisse klar kommunizieren konnte, obwohl ihm die gesprochenen Worte dazu noch fehlten.
Wir lernten von Dir, dass ein Herz – und sei es noch so krank – riesengross und stark sein kann.
Der Tag Deiner Herzoperation nahte.
Wir brachten Dich in das Inselspital und begleiteten Dich während zwei Tagen bei den Voruntersuchungen.
In dieser Zeit hast Du Höchstleistungen vollbracht:
Du hast alle Untersuchungen mit einem Lächeln über Dich ergehen lassen, hast gezappelt und eine wunderbare Freude ausgestrahlt.
Selten vorher hast Du uns so oft entgegengelächelt.
Warum?
Wusstest Du, dass Du gehen wirst?
War es Deine Bestimmung?
Wolltest Du uns vor einer ungewissen Zukunft schützen?
Warum musstest Du gehen?
Wir hätten noch so viel von Dir lernen wollen.
Wir hätten Dich so gerne auf Deinem irdischen Weg begleitet und Dir die vielen Eigenheiten des Lebens erklärt.
Warum muss zu Ende sein, was in unseren Augen erst begonnen hat?
Wie können wir Dir das zurückgeben, was Du uns in dieser kurzen Zeit gegeben hast?
Die vermeintlichen Schwarzpeter, die wir zu Beginn gezogen hatten, wurden zu den besten Jokern.
Du hast uns viel gelehrt.
Kyra, wir mussten während Deinem kurzen Leben viele schwierige Entscheide treffen.
Wir wollten immer das Beste für Dich.
Dass unser gemeinsames Erdenleben so endet, tut uns unendlich leid. Bitte verzeih uns unsere Fehler.
Du wirst immer unsere kleine Tochter sein und ewig in unseren Herzen weiterleben.
Wir lieben Dich.
Vielen Dank, dass es Dich gibt.
Deine Mama, Dein Papa und Deine Schwester Lara
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*Kyra Soleanas Wandbehang ist angekommen!
“Liebes Quilä-Team
im Namen unserer Familie möchte ich mich ganz herzlich bei Euch bedanken.
Die Decke ist wunderschön und mit viel Liebe gemacht worden.
Auch die Geschenke für Lara Virginia finden grossen Anklang bei Ihr.
Unsere Gedanken wandern allabendlich zu unserer verstorbenen Kyra Soleana.
Sie war und bleibt eine grosse Bereicherung in unseren Herzen.
Die vergangene Zeit hat uns gelehrt, es als Freude zu sehen Kyra Soleana im Arm gehalten zu haben und dass Sie uns eine neue Richtung im Leben aufzeigt.
Wir sind stolz auf Sie.
Ein grosses Lob an Euch zur Idee von Lovequilt und deren Umsetzung. Ich bewundere die Organisation und Ausdauer.
Ich wünsche Euch alles Gute im letzten Jahr von Kilä, schön dass wir mitdabei sind.
Vielen, vielen Dank und alles Gute.
Liebe Grüsse aus der Schweiz
Sandra, Chris und Lara Virginia”