Sticken für ein Kinderlächeln

Emilia

Name: Emilia

geboren am: 18.10.2008

Mama und Papa: Tarja (37) und Mirko (36)

Geschwister: : Lahja 22 Mon. (Emilias Zwillingsschwester)

Emilias Geschichte

Zum neuen Jahr 2008 hatte ich mir fest vorgenommen – dieses Jahr wird alles anders.
Und dieses Jahr, nach dem man es sich jedes Jahr vorgenommen hatte, ist wirklich alles anders geworden.

Zuerst neuer Partner, dann paar Monate später erfreulicherweise Schwanger und dann in der 10 SSW wussten wir – „wir bekommen Zwillinge.“
Wir haben uns riesig gefreut.
Natürlich ist jede Schwangerschaft was besonderes, aber Zwillinge zu bekommen ist schon was ganz besonderes …

Wir haben die beiden liebevoll Ramba und Zamba genannt, weil sie beiden immer so aktiv waren.
War das schon eine Vorahnung?
Damals kannte ich noch nicht das Theater „Rambazamba“, obwohl ich sogar in der Nähe gewohnt habe.
Jetzt zwei Jahre später kann ich drüber lachen.

Ich war ja zu dem Zeitpunkt 35 Jahre alt, das heißt kam die Prenataldiagnostik für mich schon in Frage.
Ohne drüber wirklich nachzudenken was es für Konsequenzen haben kann, sind wir dann zur Nackenfalte-Messung hingegangen.
Nach langem, langem messen hat man uns dann mitgeteilt, dass es bei einem Kind auffällig sei.
Wir wurden über Amniocentese aufgeklärt und haben uns dann auch dafür entschieden.
Ich war aber ganz sicher, es sei alles in Ordnung.
Auch noch vor einem Tag vor dem Ergebnis war ich mir sicher, erst am Tag der Ergebnisübermittelung wurde ich unsicher.
Und dann hat das Telefon geklingelt.
Als die Ärztin mir am Telefon das Ergebnis mitgeteilt hat, dass ein Kind die Trisomie21 hat, bin ich zusammengebrochen.
Für mich bedeutete das das Ende, mein Leben ist vorbei, ich muss zurück zu meiner Familie nach Finnland ansonsten schaffe ich das nie …

Mittlerweile ist unsere Emilia fast zwei Jahre alt und ich sehe, ich bin zwar umgezogen aber in Deutschland lebe ich immer noch und das Leben ist auch weitergegangen.
Die Anfangszeit war natürlich sehr schwer, erst mal überhaupt Mutter zu sein und dann das besondere Kind.
Wir haben ja großes Glück gehabt, dass Emilia ansonsten ganz gesund ist.
Sie hatte zwar ein kleines Löchlein im Herzen, aber das ist auch schon zu gewachsen.
In dem ersten Monaten lag der Verdacht, sie sei schwerhörig/taub, aber das hat sich auch von alleine erledigt.

Wir haben ganz früh mit Therapien angefangen und sie hat sich gut entwickelt; mit ihren knappen zwei Jahren kann sie mit Unterstützung laufen!
Sie spricht zwar noch nicht, aber wir üben fleißig Gebärden und sie kann Auto und Essen gebärden.

In zwei Monaten kommt sie in den Kindergarten zusammen mit ihrer Schwester.
Es ist ein Regelkindergarten, aber es gibt dort einen Heilpädagogen und sie haben auch schon Erfahrung mit besonderen Kindern.
Wir sind ganz zuversichtlich, dass alles gut klappen wird.

Zum Schluss muss ich noch sagen, obwohl das Leben meistens bei uns sonnig ist, gibt es auch natürlich Tage wo ich mir wünschte, dass es nicht immer so viel Unwissen gäbe.
Es ist manchmal ganz schön anstrengend, wenn man immer erklären muss, warum Emilia noch nicht alles kann was ihre Schwester kann.
Da wir nun ganz besondere Zwillinge haben, bleiben die Leute manchmal einfach vor dem Kinderwagen stehen und schauen Emilia an und sagen: „die eine sieht ja irgendwie anders aus.“

Es werden sicherlich auch noch andere Momente kommen, wo ich die Menschen etwas aufklären muss, aber meistens mache ich das auch gerne.
Wenn ich damit wenigstens ein bischen dazu beitragen, dass die Gesellschaft etwas mehr über das Down-Syndrom weiß, bin ich glücklich.

Emilia, wir lieben dich so wie du bist und dich Lahja natürlich auch!!

Deine Mama

Emilias Quilt ist fertig!



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