Sticken für ein Kinderlächeln

Catharina

Name: Catharina

geboren am: 16.06.2004

Mama und Papa: Bianca + Mike

Geschwister: *Christopher (Kilä-Kind 2009)

Catharinas Geschichte

 
Catharina war ein Wunschkind.
Aber schon in der Schwangerschaft lief einiges schief.
Erst gab mir mein Arzt Hormontabletten, obwohl ich schon Schwanger war, weil er keinen Test gemacht hat!
Dann wollte er dies mit einer falschen SSW vertuschen.
So rutschte ich innerhalb von einer Woche von der 5. SSW in die 9. SSW – damals fand ich es aber nicht auffällig.

Ab der 19./20. SSW lagerte ich Wasser ein, aber eine Krankschreibung bekam ich nicht, dabei habe ich einen anstrengenden Job (Physiotherapeutin).

Unser Griechenlandurlaub rückte näher und näher, aber leider hatte ich am Wochenende vor Abflug hohen Blutdruck bekommen.
Ich weckte meinen Mann, daß ich in die Klinik muß.
Er fuhr mich, mußte dann aber wieder verschwinden, weil er zur Arbeit mußte.

Ich war Gott sei dank in einer Klinik mit Neointensiv, somit sehr gut aufgehoben.

CTG war stabil, ich war stabil, obwohl ich dort in der Klinik nochmal massiv Wasser eingelagert hatte.
Die Blutdrucksenkmittel vertrug ich nicht und habe ständig gereihert (sorry).

Mittwoch morgens war der Chefarzt mit meinen Werten zufrieden, mit dieser Einstellung kam er auch zur Visite.
Aber ich zitterte am ganzen Körper und meinte nur, komisch, ich friere gar nicht – ich stand kurz vor einem Krampfanfall!!!

Sofort Sectio, damit mir und dem Kind nichts passiert.

Ich konnte noch meine Mutter anrufen, um ihr zu sagen, daß sie mit meiner Oma nun doch nicht zu Besuch kommen sollte.
Meine Mutter hat meinen Mann auf der Arbeit angerufen und beide machten sich auf den Weg zu mir.
Gerade als ich in den OP geschoben wurde, trafen beide ein – ich war froh sie zu sehen!

Durch die Vollnarkose bekam ich dann nichts mehr mit.
Meine Mutter und mein Mann konnten die kleine Catharina schreien hören, wenig, aber sie schrie!
Ich war ja erst bei 24+0.
Die Hebammen sagten auch zu meiner Familie, daß nun alles passieren kann, mit mir und der Kleinen.
Catharina wurde auf die Neo gebracht und ich auf die Internistische Intensivstation (eine andere hat das Haus nicht)
Dort lag ich, war verwirrt durch die Narkose und hatte keine Ambitionen mein Kind zu sehen …

Nach 2 Tagen wurde ich wieder auf die Gyn verlegt, dort bekam ich erst einmal ein Einzelzimmer, worüber ich froh war, ich wollte nämlich niemanden sehen – meine Familie war geduldet und sie “nervten” mich damit, endlich mal zu Catharina zu gehen, sie würde mich vermissen …

Es war nicht so, daß ich sie nicht sehen wollte, ich war vielmehr mit meiner Erkrankung beschäftigt.
Ich konnte mich nicht bewegen, weil ich soviel Wasser eingelagert hatte, man mußte mich waschen, Essen ging so gerade eben, aber auch sehr schwer …
Ich hing an Schläuchen und Perfusor.

Sonntags (Mittwoch war die Sectio) bin ich dann endlich zu ihr.
Sie war so klein, so zerbrechlich, aber meine Maus, meine Kämpferin.

Sie wurde beatmet, ganze 3 Wochen lang, dann bekam sie den Infantflow, später den CPAP.
Kuscheln durften am 3.07. das erste mal, das war toll, aber so bekam man mit, daß die Kleine eigentlich nichts wog, bei der Geburt waren es 470g.

Ich war täglich dort, meistens frühmorgens mit Mittags.
Meine Mutter besuchte sie dann und mein Mann ging abens zu Ihr.
Und wehe er kam mal nicht, dann hat Catharina die ganze Nacht rumgezickt ;-)

Es lief bis auf “Kleinigkeiten” sehr gut, klinisch sah die Lunge zwar schlecht aus, aber dennoch konnte sie gut Mitatmen, sie ist halt eine Kämpferin.

Ich pumpte fleissig Mumi ab, und hielt auch bis zum Schluß durch, weil ich doch stillen wollte.
Catharina war 15 Wochen auf der Neo, die Magensonde hatte sie knapp 16 Wochen und entlassen wurde sie nach 17 Wochen!!!

Zwar mit Monitor, aber egal … nunja, nicht egal, denn kurze Zeit später schlief sie schon durch, aber ich mußte in ihrer Tiefschlafphase ständig die Fehlalarme ausschalten.
Irgendwann ließ ich den Monitor weg …

Das Stillen klappte übrigens ;-)

Mit Krankengymnastik, Sprachtherapie und Therapeutischem Reiten versuchen wir ihre Muskulären Defizite auszugleichen, ebenso die Koordinations und Gleichgewichtsprobleme.

Alles in allem kann ich sagen, wir haben mit Catharina echt Glück gehabt.
Letztes Jahr im Sommer hat sie ihren Bruder verloren, er kam auch zu früh, verstarb aber nach 5 Tagen.
Sie vermißt ihn sehr!
Und anfang des Jahres wurde ich Herzkrank, etwas seltenes aufgrund von Schwangerschaftshormonen – da verliert man seinen Sohn und wird noch mal bestraft …
Dies alles zerrt doch an uns und auch an Catharina.

Catharinas Quilt ist fertig!



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