Sticken für ein Kinderlächeln

Merle

Name: Merle

geboren am: 19.08.2007

Mama und Papa: Isa und Christof

Geschwister: Ole (4 Jahre)

Merles Geschichte

Am 19.8.2007 wurde Merle nach einer Bilderbuchschwangerschaft komplikationslos und schnell geboren.
Sie schien auf den ersten Blick ein ganz normales, kerngesundes Baby zu sein.

Am nächsten Tag warf der Kinderarzt beim Wiegen zufällig einen Blick auf sie und sie kam ihm wohl etwas blass um die Nase vor … jedenfalls hat er sie gründlich untersucht und ein Herzgeräusch festgestellt, hat mich aber gleich beruhigt, dass das bei den meisten Kindern nichts zu sagen hat.
Trotzdem musste ich mit ihr in die Nachbarstadt zur Kinderklinik, um einen Ultraschall vom Herzen machen zu lassen.

Das war der erste kleine Schock – der Arzt stellte ein Loch im Herzen fest und machte für die nächste Woche einen Termin in der Uniklinik aus, um das weitere Vorgehen zu besprechen.
Dort wurde dann festgestellt, dass Merle einen schweren, komplexen Herzfehler hatte (Truncus arteriosus communis) und in den nächsten Wochen dringend eine schwere OP mit 25% Sterblichkeit überstehen musste, und dass immer wieder Folge-OPs nötig sein würden.

Wir konnten das alles gar nicht glauben, weil es ihr anscheinend immer noch recht gut ging, sie auch gut trank und nicht apathisch wirkte.
Aber in den nächsten sieben Tagen, während wir auf die OP warteten, konnte man dann deutlich sehen, wie es mit ihr bergab ging und so waren wir froh, als sie endlich operiert werden konnte.
In letzter Minute wurde noch eine Komplikation beseitigt, die die OP verzögert hätte.

Nach zehn Stunden OP kam dann der erlösende Anruf, alles war gutgegangen.
Nun lag Merle einige Tage im künstlichen Koma, wurde beatmet, intravenös ernährt und mit haufenweise schweren Medikamenten vollgepumpt. Man durfte sie kaum anfassen und nicht laut in ihrer Gegenwart reden, das wäre schon zu viel Stress für sie gewesen.
Nach gut einer Woche mit diversen kleinen Rückschlägen ging es deutlich bergauf, sie wurde auf die Normalstation verlegt, ich konnte wieder bei ihr schlafen und sie stillen und wickeln.

Nach einer weiteren Woche wurde sie nach Hause entlassen.
Wir fanden es unglaublich, wie viel die Kleinen wegstecken können!
Kaum zu Hause, startete Merle das Projekt “Essen, bis es nicht mehr geht”, wollte alle zwei Stunden gestillt werden und nahm monatelang über 300g die Woche zu, was für ein Herzkind ganz klasse ist.
Sie entwickelt sich geistig und körperlich normal, aber ist doch ein deutlich ernsteres Kind als ihr älterer Bruder – wer weiß, was sie aus der OP-Zeit mitgenommen hat. Sie hat einen seeehr starken Willen und dementsprechende Wutanfälle – aber ich denke, genau dieser starke Wille hat ihr auch bisher sehr geholfen.

Irgendwann wird wieder eine große OP nötig sein, um die ersetzte Herzklappe und Aorta zu erneuern – noch wachsen die ja nicht mit. Wir hoffen, dass das noch einige Zeit dauern wird.

In der ganzen Zeit haben viele liebe Menschen für uns gebetet, und wir haben uns auch immer sicher und geborgen bei Gott gefühlt.

Merles Quilt ist angekommen!

“Hallo an alle lieben Stickerinnen und die Näherin…

der Quilt ist angekommen und sehr schön.
Auch Ole ist begeistert von seinem Kissen, es muss jeden Tag mit ins Bett.

Hier also ein dickes Dankeschön und zwei Fotos.
Liebe Grüße Isa und Christof”



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