Konrad
Name: Konrad
geboren am: 28.10.2007
Mama und Papa: Cordula und Stephan
Geschwister: Ira (23), Marvin (21), *Jakob
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Konrad´s Geschichte
Hallo,
ich bin Konrad.
Geboren wurde ich am 28.10.07 um 22.56 Uhr.
Mit 3460gr und 49cm war ich gar nicht sooo klein, das Grösste war aber mein (Dick-)Kopf mit 39cm.
Meine Mama hatte beschlossen mich gut 3 Wochen zu früh aus meiner Ein-Zimmer-Wohnung zu werfen, da sie es nicht mehr abwarten konnte, mich endlich schreien zu hören.
Lust hatte ich keine aus dem warmen Nest zu krabbeln und deshalb habe ich es ihr auch nicht gerade leicht gemacht.
Der Grund, warum meine Mama nicht mehr warten konnte, ist mein Bruder Jakob.
Mit ihm werde ich leider nie wirklich spielen, aber als Schutzengel ist er immer in meiner Nähe.
Manchmal lächle ich ihm heimlich zu, wenn keiner guckt! (s.Foto)
Jakob starb am 28.07.05 in der 37.SSW in Mamas Bauch, deshalb wurde ich auch ganz oft von ihr geschubst, wenn ich mal etwas zu lange still lag.
Puuh, das war ganz schön nervig!
Naja, nun weiter zu mir:
Anfangs lief eigentlich alles ganz gut.
Auch wenn ich nach der Geburt viel zu erschöpft war, um gleich selbst zu atmen.
Ich raffte aber alle meine Kräfte zusammen als die Doktors mir so einen blöden Schlauch in den Hals schieben wollten!
Nee, da schnauf ich lieber selber.
Als mein Papa nach einer Viertelstunde zu mir kam, war ich schon ganz rosig und stabil.
Kaum auf dieser Welt wurde mit mir schon jede Menge angestellt und so war schnell klar, dass ich eine Gaumenspalte und 2 sehr schlecht ausgebildete Hüftgelenke hatte.
Beides konnte gut behoben werden und stört mich heute überhaupt nicht mehr.
Ist doch gut grosse Brüder zu haben, die schon so besonders waren, so gucken die Doktors gleich genauer hin.
Wie alle Babys durfte ich nach einer Woche mit Mama nach Hause und alles lief ganz gut, auch wenn ich nicht besonders gut trank und deshalb nach 8 Wochen eine Magensonde bekam und diese doofe Spreizhose tragen musste.
Da ich nachts immer wieder aufhöre zu atmen, bekam ich eine Maschine, die bei Bedarf für mich atmet.
So kann ich richtig tief und erholsam schlafen (solange jemand da ist, der nachts alle Fehlalarme der Maschine quittiert.)
Nun stelle ich besser den Rest meines Clans vor, damit ihr Euch nicht wundert, wer da so alles in meiner Geschichte rumspukt.
Also: Zu Hause erwarteten mich mein Bruder (20J.) und meine Schwester (22J.), 2 Katzen und eine Riesenbaustelle, die inzwischen unser neues Zuhause geworden ist.
Mein Papa war natürlich auch da, aber der hat mich ja reingetragen.
Mein Bruder Marvin hat auch – wie ich – zahlreiche Besonderheiten, die er aber selbst hier vorstellen möchte.
Meine Schwester wohnt in ihrer eigenen Wohnung, besucht mich aber oft.
Ab dem 01.01.08 morgens um 8.00 Uhr änderte sich alles. (Meine Mama war ganz schön sauer, dass das Neue Jahr so anfing, aber ich konnte ja nix dafür!)
Mein Papa versorgte mich und ich war quengelig, was Papa gar nicht gefiel.
Deshalb rief er Mama dazu.
Als Mama mich auf den Arm nahm, wurde mir ganz komisch und plötzlich war alles weg.
Als ich wieder wach wurde, war Mama schrecklich nervös und sagte immer nur: „Los atme, los atme! Warum kommt denn der Notarzt nicht?“ und lief mit mir hin und her.
Später im Krankenhaus hörte ich dann Worte wie Atemstillstand, Reanimation (hat meine Mama ganz alleine geschafft !!!), Fast-Plötzlicher-Kindstod etc. und alle waren sehr aufgeregt.
Erst hiess es, ich hätte einen Darmvirus, der auch die Atmung lahm legt, dann wurde ich zu einem Spezialisten verlegt, der feststellte, dass mein Kehldeckel viel zu gross und zu weich ist.
Evtl. war der mir in den Hals gerutscht, sodass ich keine Luft mehr bekam.
Kein Grund zur Sorge (sagten Die), man sollte das Ganze beobachten !!!
Ich wurde entlassen.
Nur 3 Tage später passierte das Ganze schon wieder.
Gut, dass meine Mama wieder da war und mir helfen konnte.
Wieder Krankenwagen fahren, wieder ins Krankenhaus.
Dann noch mal 2 Tage nach der nächsten Entlassung.
Diesmal gings sogar mit Blaulicht in die Klinik und ich bekam einen Rettungs-Bären geschenkt.
Mama war mit den Nerven am Ende, ganze 8 min hatte ich nicht geatmet!
3x musste sie mir das Leben retten, bis die Ärzte endlich erlaubten, dass ich bis zu meiner Gaumenspalten-OP in der Klinik bleiben durfte. Dort passierte das gleiche noch Zweimal.
Beim fünften und letzten Mal hielt ich die ganze Nacht die gesamte Intensivstation so auf Trab, dass beschlossen wurde mir ein Tracheostoma, einen Luftröhrenschnitt, zu verpassen.
Nun habe ich ein Röhrchen im Hals, durch das ich sicher atmen kann und mein blöder Kehldeckel kann machen, was er will.
Seitdem geht es aufwärts!
Ich bin zu Hause, habe meine eigene kleine Intensivstation um mich herum und fühle mich pudelwohl.
Ich kann sitzen und mich herumrollen.
Und mit Kopfschütteln und kleinen Schmatzern (Töne kann ich wegen des Tracheostomas ja keine machen), organisiere ich mir meinen „Harem“ schon ganz gut.
Nun bin ich schon 1 Jahr alt und hatte ein tolle Geburtstagsparty.
Alle Schwestern meines Pflegedienstes kamen zum Kaffee.
Soooo viele liebe Menschen!!!
Neues von Konrad – Mai 2009
Seit Weihnachten hat Konrad seine Stimme entdeckt.
Wir können ihn wieder hören!!!
Das ist soooo toll!
Anfang Februar wurde bei Konrad ein offener Ductus und andere
Herzprobleme entdeckt und schon Mitte Februar operiert.
Alles lief prima, am nächsten Morgen begann er zu krabbeln.
Mittlerweile läuft er an Möbeln entlang, klettert Treppen rauf und runter.
Sitzt nie still und … vorallem er beginnt zu sprechen!!!!!
“JA” klappt schon prima und mit Gebärdenunterstützter Kommunikation (GuK) kann er sich schon deutlich sichtbar helfen.
“Essen, Trinken, Schlafen und Hose voll” sind doch in diesem Alter erstmal die wichtigsten Gebärden !!!
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