Sticken für ein Kinderlächeln

Sternchen Selin

Name: Selin

geboren am: 19.05.2004

Mama: Yasemin

Geschwister: Alan Osman (3 Jahre), Kenan (3 Jahre), Marie (16 Jahre)

*Selin’s Geschichte

Im Oktober 2003 erfuhren wir, dass ich schwanger war.
Wir freuten uns riesig darüber, besonders, als wir erfuhren, dass es Zwillinge wurden.
Regelmässig ging ich zu den Vorsorgeuntersuchungen.
Dann im Dezember 2003 als ich mal wieder bei einer solchen Untersuchung war, wurde der Arzt ganz still und wir hatten Angst, dass irgendetwas nicht in Ordnung sei.
Aber dann, nachdem der Arzt lange geschallt hatte, sagte er “Es sind keine Zwillinge, Sie bekommen Drillinge!”
Wo sich der Dritte die ganze Zeit versteckt hatte, wusste er auch nicht!
Nach einem kleinen anfänglichen “Schock” freuten wir uns riesig und malten uns schon sämtliche Geschichten aus, wieviel Freude und auch Arbeit wir mit dem “Dreierpack” wohl hätten.
Von Anfang an tippte ich auf 2 Jungen und 1 Mädchen, was sich dann im 5. Schwangerschaftsmonat auch bestätigte.
Wir waren überglücklich und ich hatte eine super Schwangerschaft mit keinerlei Problemen.

In der 33. Woche und am 3. Tag wurde dann nach Absprache der Kaiserschnitt vorgenommen.
Meine Schwangerschaft verlief immer noch super, aber man hatte Angst, dass eines der Kinder unterversorgt sein könnte, da bei Drillingen diese Gefahr erhöht bestand.
Ausserdem war ich fast am “platzen”, da ich über 30kg zugenommen hatte.

Am 19.05.2004 wurden dann unsere Drillinge geboren.
Als erstes Alan Osman mit 40.5cm und einem Gewicht von 1750gr, dann eine Minute spaeter Selin mit 41cm und einem Gewicht von 1430gr und zuletzt der Kenan mit 42cm und einem Gewicht von 1820gr.
Alle drei wurden sofort medizinisch versorgt und in den Inkubator gelegt.
Gott sei Dank war alles in Ordnung und sie nahmen schnell zu und entwickelten sich gut, auch atmen konnten sie alleine, so dass sie nur eine Atemhilfe für die ersten Tage benötigten.

Sie blieben noch 4 Wochen zur Kontrolle im Krankenhaus, bis sie ein gutes Gewicht erreicht hatten und dann ging es nach Hause.
Es drehte sich dort natürlich alles um die Drillinge und wir hatten alles gut im Griff.
Es war zwar ein Stück Arbeit aber nach einigen Wochen hatte sich alles eingespielt und auch nachts wurde ich entlastet, dass es für meinen Mann die grösste Freude war, die Drillinge nachts zu füttern.

Besonders Selin war der ausgesprochene Liebling meines Mannes.
Die kleine Maus konnte ihn um den Finger wickeln.
Im grossen und ganzen wurden die Kinder sehr von uns verwöhnt.
Besonders Selin war der Mittelpunkt und sie war sich ihrer besonderen Situation unter ihren beiden Brüdern sehr wohl bewusst.
Sie brauchte nur ein bischen “herumzuquängeln” und schon kam irgend jemand von uns und trug sie herum.
Oft kam es auch vor, dass mein Mann sie nahm und stundenlang mit ihr in der Bauchtrage draussen spazierenging.

Im Januar 2005 waren die Drillinge mittlerweile 8 Monate alt und es hatte sich alles gut eingespielt.
Sie hatten alle ihren 1. Zahn und wir hatten viel Spass mit ihnen.
An einem Tag bemerkte ich bei Selin eine runde Verdickung an der linken Leiste, es war wie ein kleiner Ball.
Sofort geriet ich in Panik und rief meinen Mann an.
Wir fuhren sofort mit ihr ins Krankenhaus und dort wurde ein Leistenbruch diagnostiziert, welcher sofort operiert werden musste, was dann auch geschah.
Selin erholte sich sehr gut von der OP und war bereits nach einer Woche wieder die alte.
Alles lief seinen gewohnten Gang.
Besonders Selin und ihr jüngerer Bruder Kenan hatten ein sehr enges Verhältnis zueinander.
Die beiden spielten immer miteinander.

Dann kam der 28.02.2005…
An diesem Tag waren die Drillinge genau 9 Monate und 9 Tage alt.
Ein Tag wie jeder andere.
Da ich mittlerweile wieder für ein paar Stunden berufstätig war, hatten wir Hilfe bei der Beaufsichtigung der Drillinge.
Wir kamen abends nach Hause und den Kindern ging es gut.
Selin war ja öfter am quengeln, wenn sie nicht sofort ihren Willen bekam, an diesem Tag war das nicht der Fall.
Die junge Frau, welche sie beaufsichtigt hatte sagte “Selin war heute supergut drauf, sie hat den ganzen Tag über nur gelacht”.
Wie immer versorgten wir alle drei Kinder, spielten noch längere Zeit mit ihnen und machten sie dann bettfertig.
Wir legten sie alle hintereinander ins Bett und sie schliefen auch wie üblich recht schnell ein.
Ab und zu ging ich noch an der offenen Kinderzimmertür vorbei, aber niemand weinte, es war alles still.
Dann so gegen 22 Uhr wollte ich sie wecken, damit wir sie füttern konnten.
Wir wollten mit Selin anfangen, da sie meist den grössten Hunger hatte und ich bat meinen Mann, sie zu holen.
Ich ging derweil in die Küche, um die Flaschen vorzubereiten.
Mein Mann kam plötzlich schreiend angelaufen, er hatte sie leblos in ihrem Bettchen gefunden.
Sofort fing er mit Mund zu Mund Beatmung und Herzmassage an und wir riefen den Notarzt, welcher auch innerhalb von ein paar Minuten zur Stelle war.
Wir fuhren sofort mit dem Notarzt zur Uniklinik, wo man dann 45 Minuten lang versuchte, sie wiederzubeleben.
Leider schaffte man es nicht.
Wir waren vollkommen unter Schock und konnten gar nicht begreifen, was passiert ist.

Unsere Welt blieb stehen.
Bei Selin konnte keine Todesursache festgestellt werden.
Man wusste nicht, warum sie von uns gegangen ist.
Auch einen plötzlichen Kindstod konnte man nicht einwandfrei bestätigen.
Sie hatte einfach im Schlaf aufgehört zu atmen.
Danach wurde vieles anders für uns.
Mein Mann ist noch heute nicht in der Lage über seine Trauer zu reden.
Seine Prinzessin ist nicht mehr da und das kann er immer noch nicht, nach nunmehr fast 3 Jahren, begreifen.
Schon wenn ihr Name fällt, kann er es kaum aushalten.
Er zermürbt sich immer noch mit Selbstvorwürfen (warum haben wir nicht vorher nach ihr gesehen usw.).
Nach Selins Tod ist unser Leben komplett anders geworden.
Viele Dinge, welche früher für uns wichtig waren, sind komplett in den Hintergrund gerückt.

Der Wandbehang für *Selin ist angekommen!

“Liebe Bella,

Am vergangenen Samstag (14.02.09) kam Selin’s Wandbehang an und es war eine so grosse Freude für uns, das könnt ihr Euch garnicht vorstellen.
Wir bedanken uns ganz herzlich bei den Stickerinnen, welche sich so viel Arbeit und Mühe gemacht haben für die liebevolle Gestaltung des Wandbehangs.
Der Wandbehang hat einen Ehrenplatz in unserer Wohnung bekommen, wo ihn jeder bewundern kann.
Auch die Geschwistergeschenke waren ein voller Erfolg.
Die Zwillinge waren von den Lampen restlos begeistert und fanden sie einfach nur toll.
Auch die angefertigte Tasche und die Kerze fand unsere grosse Tochter wunderschön und auch sie möchte sich ganz herzlich dafür bedanken.

Ein ganz herzliches Dankeschön an die fleissigen Stickerinnen Tanni, Beate aus Wuppertal, Evelyn G., Sabine aus Leutasch und Nancy.
(ich hoffe, das ich niemanden vergessen habe, da auf dem Quadrat mit den Geburtsnamen leider kein Name stand)
Ein herzliches Dankeschön auch an Nadja für das Nähen des Wandbehanges.
Die Geschwistergeschenke wurde ebenfalls sehr liebevoll gestaltet und ausgewählt.
Ein herzliches Dankeschön an Christine und Thorsten, an Sabine die Drillingsmama und an Yvonne und Ruth.

Ich bin wirklich sehr dankbar dafür, das ich Eure Seite gefunden haben und jetzt ein bleibendes Erinnerungsstück an mein Töchterchen habe.
Der Wandbehang kam auch gerade zum richtigen Zeitpunkt, da der Monat Februar immer ein sehr trauriger Monat für uns ist, da in diesem Monat Selin von uns ging.
Als der Wandbehang mit der Post kam, konnte das meine Traurigkeit lindern und ich danke Euch aus tiefsten Herzen dafür, das ihr dieses möglich gemacht habt.

Soviel uneigennützige Mühe und Liebe steckt in diesem Wandbehang drin (und auch in den Geschwistergeschenken), dafür kann eigentlich kein Dank gross genug sein.

Aus tiefsten Herzen sage ich Euch, auch im Namen meines Mannes und meiner Kinder ein grosses, dickes DANKESCHÖN und alles Liebe an Euch alle…..
von Yasemin / Türkei”



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