Kamil
Name: Kamil
geboren am: 08.12.2006
Mama und Papa: Magdalena und Özgür
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Kamil´s Geschichte
Mit 22 wurde ich schwanger und habe mich riesig auf mein Baby gefreut.
Als dann fest stand, dass es ein Junge wird war ich überglücklich denn insgeheim habe ich mir einen Jungen gewünscht.
Die Schwangerschaft verlief problemlos.
Habe auch eine Nackenfaltenmessung vornehmen lassen um ganz sicher zu gehen, aber da war auch alles in bester Ordnung.
So in der 32. SSW hatte ich plötzlich sehr viel Fruchtwasser, was auch kurze Zeit später dazu führte, dass meine Fruchtblase riss.
Ich bin dann ins Krankenhaus gefahren und dort haben die Ärzte sofort gesehen, dass mein Baby einen Darmverschluss hat.
Er war auch ca. seit 2 Wochen unterversorgt, sodass sie mich in ein anderes Krankenhaus schickten, das auch eine spezialisierte Kinderklinik hatte.
Dies war an einem Mittwoch.
Bis Freitag wurde er noch in meinem Bauch gelassen und es wurde ein Mittel für die Lungen injiziert.
Kamil kam am 08.12.2006 um 08:31 Uhr in der 33+2 SSW zur Welt.
Er schrie nicht mal, machte nur ein kurzes Quieken.
Sie nahmen ihn gleich mit, um ihn zu untersuchen.
Er war 42,0 cm klein und wog gerade mal 1.760g.
Danach wurde er gleich in die Kinderintensivstation gebracht, sodass ich ihn mir nicht mal genauer anschauen konnte.
Sobald ich wieder Gefühle in meinen Beinen hatte bin ich sofort aufgestanden und habe verlangt mich zu meinem Kind zu fahren.
Er hatte da noch keinen Namen weil der Stress nicht zuließ, sich mal auf die schnelle einen auszudenken und ich wollte es gut überlegt tun.
Auf der Intensiv angekommen lag er da ganz nackt nur eine Windel an.
Überall waren Kabel und es piepste aus jedem Winkel (das waren die ganzen Apparate).
Ich ging zu ihm hin und gab ihm meinen Zeigefinger den er sofort umklammerte.
Dieses Gefühl werde ich nie vergessen, es war wunderschön!
Vorher hatten die Ärzte verlauten lassen das so ein Darmverschluss oft im Zusammenhang mit dem Down Syndrom hängt aber sie wollten noch die Bluttests abwarten (im Nachhinein weiß ich das sie es alle wußten, jeder von ihnen, aber keiner den Mut hatte es mir direkt zu sagen!). Als Kamil die Augen öffnete sah ich es sofort und war am Boden zerstört!
Dies alles wurde auch noch überschattet von der Darmoperation, die dann ca. am 3. oder 4. Tag nach der Geburt gemacht wurde.
Er bekam dann wieder überall Schläuche, Sonden etc., es war einfach schrecklich!
Die endgültige Diagnose kam dann eine Woche später.
O-Ton des damaligen Arztes:
IHR KIND WIRD NIE EIN EIGENES SELBSTÄNDIGES LEBEN FÜHREN KÖNNEN!
Das traf mich so hart, dass ich in eine tiefe Depression fiel und auch meine Muttermilch versiegte.
Ich verdanke meinem Mann Özgür soviel, in der Zeit denn er war derjenige, der mich für meinen Sohn geöffnet hat, mir Kraft gab, das durchzustehen und dies alles als Schicksal anzusehen.
Er hat mir sehr geholfen und ich liebe ihn dafür sehr!!!
Mittlerweile haben wir uns damit abgefunden und unseren Sohn, dem wir den Namen Kamil (vollkommen) gegeben haben, ganz tief in unser Herz geschlossen!
Kamil hat außer seinem Darmverschluss auch eine Hornhautkrümmung und einen horizintalen Nystagmus.
Außerdem hat er eine sehr ausgeprägte Muskelhypotonie, die wir mit Krankengymnastik versuchen zu mildern.
Er entwickelt sich auf seine Art und Weise gut.
Halt in seinem eigenen Tempo.
Wir mussten lernen, Geduld zu bewahren, denn alles verläuft halt langsamer als bei anderen Kindern.
Ich danke Gott für meinen Sohn, denn er hat mir gezeigt, was das wesentliche ist im Leben und nicht nur auf Äußerlichkeiten zu achten. Dies ist eine Erfahrung in meinem Leben die ich nicht missen möchte, genauso wie unseren kleinen Racker.
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