Sticken für ein Kinderlächeln

David Steven

Name: David Steven

geboren am: 27.10.2005

Mama und Papa: Silke und Theo

David Steven´s Geschichte

Als ich im Januar 04 nach einer mehrmonatigen Hormonbehandlung und einer Insemination endlich schwanger wurde ( mein Gynäköloge sagte mir, ich könne niemals auf normalem Wege ein Kind bekommen, ich habe das PolyCystischeOvarien-Syndrom), war ich überglücklich, die ganzen Strapazen hatten sich gelohnt, ich sollte endlich Mama werden.

Mein Mann und ich hatten es über 3 Jahre versucht–ohne Ergebnis.
Doch Ende der 8.Woche bekam ich eine leicht Blutung, bin direkt zum Gyn gegangen, der mir dann mitteilte, daß mein kleines Sternenkind nicht mehr lebte, es wollte nicht mehr bei mir bleiben.
4 Tage später wurde die Ausschabung vorgenommen, es wollte nicht von alleine rauskommen.
Neben mir im Zimmer lag eine Frau, die eine Abtreibung vornehmen ließ, weil sie das Kind nicht wollte.
Und ich hatte mich so sehr auf mein Baby gefreut und nun war es tot!

Ich habe mich Tage und Wochen in unserer Wohnung verkrochen, der Schmerz wollte nicht aufhören.
Da half es auch nichts, daß mein Gyn sagte, ich solle froh sein, zu wissen, überhaupt schwanger werden zu können.
Er meinte auch, dass der Embryo nicht gesund war und dass die Leute doch nur gesunde Kinder haben wollten.
Aber hatte ich denn eine Wahl?
Ich hätte mein Kind auch mit einer Behinderung geliebt, eine Abtreibung wäre für mich nicht in Frage gekommen.

Im Sommer 2004 sind wir umgezogen und ich hatte so viel zu tun mit Renovieren und meinem neuen Job als Tagesmama, dass ich endlich wieder aus der Trauer rauskam.

Im Dezember 04 entschieden wir uns, uns einen Hund aus dem Tierheim zu holen.
Wenn schon kein Kind, dann eben einen Hund.
Im Februar 05 bekam ich nachts schreckliche Unterleibsschmerzen.
Super, nun hat sich eine der Zysten wohl entzündet, muß sicher operiert werden.
Ab zum Gyn (den ich inzwischen gewechselt hatte).
Der untersuchte mich und meinte dann: Ihre Zyste sagt mit viel Glück bald Mama zu ihnen!
Ich war wieder schwanger, und das ohne Hormone oder sonstige ärztliche Hilfe!

Die Schwangerschaft war eigentlich sehr schön, ab der 32.SSW stieg mein Blutdruck jedoch ziemlich an, meine Beine und Füße schwollen mächtig an und schließlich hatte ich auch noch Eiweiß im Urin.
Alles Anzeichen für eine SS-Vergiftung.
Ich war ein nervliches Wrack, hatte solche Angst um mein Kind.
Mein Gyn schickte mich in die Klinik zur Einleitung, die jedoch meinten, es wäre alles Ok und wollten mich nach 3 Tagen wieder heimschicken, obwohl 4 Tage später der ET war und ich mich weigerte.

In der letzten Nacht vor meiner geplanten Entlassung platzte die Fruchtblase.
Dann haben sie 3 Tage eingeleitet, aber außer regelmäßigen Wehen tat sich nichts.
Als dann meine Entzündungswerte stiegen, haben sie David doch per Kaiserschnitt geholt.
Ich hatte eine Spinalanästhesie, habe alles mitbekommen.
Auch, dass es nach Davids erstem Schrei plötzlich sehr still im OP wurde.

Die Hebamme zeigte mir mein Baby und ich sah, was los war:
Er hatte eine Lippen-Kiefer-Gaumen-Segel-Spalte!
Er wurde direkt auf die Kinderstation verlegt, mein Mann ist gleich mit ihm nach oben, während ich zugenäht wurde.
Dann lag ich im Überwachungsraum, mutterseelenallein, und wußte nicht, was mit meinem Kind ist.
Theo kam dann mit ihm im Kinderwagen zu mir, aber als sich nach wenigen Minuten die Infusionsnadel, die der Kleine im Kopf hatte, löste, ist er schnell wieder mit ihm auf die Kinderstation.
Das war nachmittags um 15 Uhr.
Den Rest des Tages verbrachte ich allein in meinem Zimmer auf der Gyn-Station.

Ich hatte gerade ein Kind zur Welt gebracht, aber fühlte mich so leer und allein.
David bekam in der Zwischenzeit eine Infusion nach der anderen, weil sie bei ihm auch eine Infektion vermuteten.
Außerdem haben sie ihm gleich eine Sonde gelegt… völlig unnötig, aber sie waren wohl sehr unsicher.
Und er bekam einen Abdruck des Gaumens gemacht, für die Gaumenplatte, die er gleich am nächsten Tag bekam, um trinken zu können.
Mit dem Stillen hat man mich leider völlig allein gelassen, es hätte mit richtiger Anleitung vielleicht klappen können.
So habe ich eben über 4 Monate abgepumpt, damit mein Zwerg wenigstens die Muttermilch bekommt.

Inzwischen ist David schon 3 mal operiert worden.
Beim ersten Mal mit 4 Monaten wurde der Gaumen verschlossen und die Lippe geheftet, außerdem wurden Paukenröhrchen gelegt.
Dann, 2 Monate später, wurde das Gaumenrestloch verschlossen und die Lippe zusammengenäht, wieder neue Paukis.
Bei der Gelegenheit erfuhren wir von der Anästhesistin ganz nebenbei, daß die Delle in Davids Brust, die wir zwar schon bemerkt hatten, aber nicht wirklich beachtete haben, eine Trichterbrust ist.
Wir waren außer uns vor Wut, denn weder in der Klinik noch bei unserem Kinderarzt hat uns davon jemand was gesagt und welche Folgen das haben kann!
Wir waren dann mit David beim Kinderkardiologen, der meinte, noch wäre alles OK aber wir sollten die Brust gut beobachten.
Sollte das Brustbein stärker nach innen wachsen, könnte das Herz in die Lunge gedrückt werden und das könnte ihn dann schon sehr einschränken, evtl. muss er operiert werden.

Am 14. April 08 war die 3. OP, bei der die Nase noch einmal korrigiert wurde, eine Nasenfistel entfernt, ein Restloch verschlossen, Narbengewebe an der Lippe entfernt, eine Mund-Kiefer-Tasche am Oberkiefer gebildet und Haut ins neue Nasenloch verpflanzt.
In die Nase bekam er zwei Röhrchen eingesetzt, die die neue Form stabilisiern sollten.
David ist so ein tapferer kleiner Kerl.
Auch wenn er jedesmal große Schmerzen und Fieber hatte, so hat er es trotzdem immer gut überstanden.
Nur nachts, da wacht er nach jeder OP wochenlang schreiend und um sich schlagend auf und läßt sich kaum beruhigen.
Da merkt man dann, daß es eben doch nicht so spurlos an ihm vorübergeht und er auch sehr damit zu kämpfen hat.

Zur Logopädin geht er immer noch gerne, nur wenn wir zur Kontrolle in die Spaltsprechstunde gehen, lacht er mit jedem, außer mit dem Arzt, der ihn operiert.
Ich glaube, er weiß, dass er es ist, der ihm immer so weh tut.
Wenn wir Glück haben, muss er erst wieder operiert werden, wenn er in die Schule kommt.
Da muß ein Stück Beckenknochen in den Kiefer eingesetzt werden, damit die bleibenden Zähne durchbrechen können.
Viele Paukenröhrchen-OPs und einige Korrektur-OPs wird er noch überstehen müssen.

Motivwünsche:

David liebt Tiere, besonders Frösche, Fische, Eisbären und Schmetterlinge.
Außerdem findet er die Feuerwehr klasse sowie Bagger, Züge, Traktoren und den Sandmann.
Es wäre auch klasse, wenn sein Name und sein Geburtsdatum mit dabei wären.

Davids Quilt ist angekommen!

“Hallo ihr Lieben!

Heute hatten wir ganz lieben Besuch von Andrea, Anna, Cheyenne und Silvio aus Osthofen.
Im Gepäck hatten sie: DEN QUILT!!!!

Ich kann euch garnicht genug danken für die Freude, die ihr uns damit bereitet habt. Er ist so wunderschön geworden.
David war ganz aus dem Häuschen und hat so ungeduldig an dem Paket gerissen, daß er es nicht aufbekommen hat und ich ihm helfen musste. War auch echt gut zugeklebt. :d

Und als der Quilt dann ausgebreitet auf dem Boden lag, musste ich erstmal weinen…sowas schönes habe ich noch nie gesehen ( natürlich bis auf David, als er gerade aus mir geschlüpft war)…

Man sieht die Bilder von den Quadraten im Internet und auch Fotos von fertigen Quilts, aber wenn man dann eine Decke live in den Händen hält und weiß, daß sie nur für das eigene Kind gemacht wurde….Mädels, das hat mich echt umgehauen.

David war so aufgeregt, das Besuch da war, das er sich erstmal nicht groß mit seiner Decke beschäftigt hat. Aber als Andrea und ihre Familie gefahren ist, hat er sich aufs Sofa gelegt und sich ganz glücklich damit zugedeckt. Dann hat er immer wieder die einzelnen Bilder angeschaut und mich angestrahlt. Und dann musste ich das Sofa ausziehen und mich zu ihm unter seine Kuscheldecke legen. Diesen Moment werde ich niemals vergessen.

Und als wir ihn eben ins Bett gebracht haben, musste ich ihn damit zudecken; seine normale Decke durfte nicht auf dem Bett liegen. ( werd ihn nachher noch mit ihr zudecken).

Ich würde euch ja jetzt gerne noch Fotos zeigen, aber das übernimmt Andrea, die hat ganz viel geknipst!

Agnes, der Quilt ist so wunderschön geworden…so viele kleine Details…und die Rückseite, der Hammer!
Und eure Quadrate sehen in real noch tausendmal schöner aus als auf dem Bildschirm!

Eure Karten und Briefe habe ich gerade ein zweites Mal gelesen und hab echt mit den Tränen gekämpft!
Und Martina, vielen vielen Dank für die Sternchenkerze, sie wird einen Ehrenplatz erhalten und für unser Sternchen im Himmel brennen!
Ich danke euch allen von ganzem Herzen, ihr habt heute einen kleinen Mann, eine Mami und einen Papi sehr sehr glücklich gemacht!

Liebe Grüße
Silke, David und Theo”



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